Guck hin! – achtsam Fühlen statt Funktionieren

Die jetzige Phase, in der wir uns befinden, hat es wirklich in sich: Nie habe ich mehr Menschen um mich herum erlebt, die innerlich so fürchterlich zerrissen sind. In deren Augen ich einen Schmerz erkenne, der scheinbar nicht gestillt werden kann.
Im unsteten Blick erkenne ich die alten Kompensations-Muster:

Ich muss nur noch etwas besser funktionieren, mehr leisten/haben, dann werde ich glücklicher, zufriedener, gesünder (was-auch-immer) sein.

Doch dieses Muster hat ausgedient. Die innere Stimme wird immer lauter; die innere Leere brüllt uns an.
Sie lässt sich nicht mehr wegschieben durch Ablenkungen wie TV, Alkohol, Konsum und Co.!

Du bist KEIN Roboter!

Uns wurde Zeit unseres Lebens eingetrichtert, dass wir uns nur noch mehr anstrengen müssten, wenn wir unzufrieden sind. Wunschgemäß funktionieren müssen, um Anerkennung, gute Noten, elterliche Zuneigung und Akzeptanz von Freunden oder Gesellschaft zu erhalten.

Kurzfristige Erfolge haben die beginnende Leere (ich nenne es „des sich-verbiegen-müssens“) in uns besänftigen können. Lauter kleine Häppchen Besänftigung; die neuen Schuhe, das neue Handy, Auto, Beförderung – doch schneller als sie gekommen sind, ist dieses positive Gefühl auch schon wieder vorbei.

Denk an ein Baby, das ganz ehrlich und pur seine Bedürfnisse fühlt – und lautstark mitteilt.
Dann zeigt ihm die Erziehung, wie es „gewünscht“ ist. Lieb, nett, angepasst – ansonsten gibt’s Ärger, schlechte Noten, Ablehnung.
Und schon beginnt es, seine eigenen Bedürfnisse zu überspielen, manche sogar abzulehnen. Zumindest läuft dieses „Spiel“ in unserer westlichen Welt oft genug so ab…

Lebensqualität
Lebensqualität

Was bleibt, ist die Leere

Immer mehr werden sich allerdings klar darüber, dass die Bedürfnisse von Körper und Seele/Innenleben sich nicht mehr totschweigen lassen.

Nur: sie zu verstehen oder interpretieren zu können, haben wir oftmals völlig verlernt!

Zurück bleibt lediglich ein unterschwelliges Unbehagen, das wir mit Oberflächlichkeiten und Ablenkungen zu stillen versuchen. Und die Industrie macht kräftig mit: TV, Internet, Werbe- und Kaufangebote allerorts, Konzerte, Theater, Kneipen…

HÖR HIN! FÜHL HIN!

Es will wahr genommen werden, Dein Innerstes. Ebenso wie Deine körperlichen Bedürfnisse.

Und das kann trainiert werden, so wie ein kleines Kind sprechen und laufen lernt. Auch wenn es dabei immer wieder mal hin fällt oder strauchelt, irgendwann läuft es.

Achtsamkeit
Achtsamkeit

Achtsamkeit – der Weg zu Dir

Der Weg zum Spüren ist so einfach wie schwer: Achtsamkeit.

Viel wird über sie geschrieben – oft (leider?) in dermaßen esoterischem Kontext, dass besonders viele Männer nichts davon hören wollen – geschweige denn sich Gedanken darüber machen, was genau denn da gemeint ist.

Doch das ist Blödsinn!
Es geht einfach nur um Deine unverfälschte Wahrnehmung Deiner selbst. Und genau dieses „einfach“ ist für Viele alles andere als leicht.

Selbst Hunger, Durst, Müdigkeit, Erschöpfung rechtzeitig wahr zu nehmen, haben viele von uns verlernt:

  • Ist Deine Kehle trocken, BIST Du bereits dehydriert
  • Knurrt Dein Magen, BIST Du bereits ausgehungert
  • Fallen Dir die Augen zu, BIST Du bereits übermüdet

Das gilt auch umgekehrt:

  • Begeisterung – wie GROSS muss heute der Impuls dafür sein?
  • Lautstärke – ab wie viel Dezibel wird’s unangenehm?
  • Schmerz, Krankheit – ab WANN kannst Du es nicht mehr ignorieren?
  • Fühlst Du Sättigung, bist Du erwiesenermaßen schon seit einigen Momenten satt.
    Diese „Meldung“ wird verzögert an das Gehirn weiter gegeben – und in Zeiten, wo wir eher schlingen als essen, hat bereits viel mehr Nahrung als nötig unsere Kehle passiert
  • Apropos Essen – Essen? Nein, herunter schlingen. Und dabei gefühlte 1000 andere Dinge tun.

Erinnerst Du Dich?

…konkret an alles, was Du heute zu Dir genommen hast? Jeden Schoko-Riegel, jeden einzelnen Bissen Brot, Müsli, Mahlzeit?

Erinnerst Du Dich an den Geschmack, die Konsistenz? Könntest Du die Gewürze und Zutaten identifizieren? (Mach da mal ein Spiel draus…) Erinnerst Du Dich an Dein Tempo, Deine Gedanken, gleichzeitige Aktionen? (TV gucken, Zeitung lesen, Facebook checken…)

Überstimulation macht krank

Wenn Du Dir die ersten Punkte des vorherigen Absatzes ansiehst, wirst Du vermutlich feststellen, dass Du diese Dinge tatsächlich erst bemerkst, wenn es ein ZUVIEL davon gibt.

Woran liegt das?

Warum können wir nicht mehr „gesund“ wahrnehmen?

Meiner Ansicht nach gibt es da verschiedene Einflüsse:

  • das Hamsterrad meiner Gedanken
  • die endlos lange To-Do-Liste
  • Multimediale Informationsflut im Sekundentakt
  • Stress, Hetze
  • Überwürzte Speisen, übersteuerte Bässe, Übermaß an „Input“

Wir sind abgestumpft

All diese Punkte haben uns abstumpfen lassen – und ganz ehrlich? Das ist ein verständlicher Mechanismus des Menschen. Ansonsten würden wir verrückt werden, oder aggressiv oder, oder, oder. Es ist ein Schutzmechanismus – der uns aber nicht gut tut.
Besser ist es, sich immer wieder zwischendurch kurz auf sich selbst zu besinnen.

How to – kleine Übung

Es braucht etwas Übung und Wiederholung, um sich selbst wieder wahr zu nehmen, aber es geht:

Stell Dir einen Alarm; bestenfalls stündlich oder im 3h-Rhythmus. Blende alle Ablenkungen aus oder schalte sie ab. Schließe die Augen und konzentriere Dich NUR darauf, gaaaanz tief ein zu atmen. Halte Deinen Atem kurz, bevor Du ebenso tief aus atmest – und wieder kurz hältst.
Das machst Du 3-5 Mal.

Nun nimm Dich wahr. (Nicht lachen, sieht ja keiner 😀 )

  • Wie fühlt es sich an, wo Du sitzt/stehst?
  • Wie warm/kalt ist die Umgebung?
  • Welche Geräusche nimmst Du wahr?
  • Kannst Du Dein Herz schlagen spüren?
  • In welcher Stimmung bist Du?
  • In welcher wärst Du gern?
  • Welche Erinnerung, welcher Song schafft es, Dich in diese Stimmung zu versetzen?
    (okay, dieser Schritt ist schon für Fortgeschrittene, erst Mal reichen die anderen Fragen aus)

Wenn Du dieses „In-Dich-Hinein-Fühlen regelmäßig machst, wirst Du auch Deine Bedürfnisse, egal ob körperlicher oder innerer Natur, besser und eher wahr nehmen können.

Speziell an die Männer

Diesen Absatz möchte ich gern speziell an die Männer richten, es dürfen sich aber alle gerne darin wieder finden! 🙂

Viele, die ich kenne, wurden als „typischer Junge“ erzogen.
„Indianer kennt keinen Schmerz“, „starkes Geschlecht“, „Ernährer der Familie“ usw.

Das baut nicht nur eine Menge an (Erwartungs-)Druck von außen (Gesellschaft, Familie, Freunde) auf, sondern auch als Anspruch an sich selbst.

Was wäre, wenn Du einfach Dir selbst mal zu gestehst, dass es Dir zuviel wird?
Deinem Auto gönnst Du den Check-up und Ölwechsel – aber Dir selbst nicht DIE Erholung/Regeneration, die Du benötigst – als ob Dein Wagen nur mit Benzin fahren würde (oder mit Wasser).
Du bist – unabhängig von Deinem Geschlecht – ein Mensch. „Unverdorben“ betrachtet ein emotionales, soziales Wesen.

Du hegst aber den Anspruch an Dich selbst, IMMER stark sein zu müssen, NIE Schwäche spüren, geschweige denn zeigen zu dürfen. Du hast den Glauben übernommen, Gefühle und Sensibilität zu zeigen, zeuge von Schwäche.

So hast Du einen fetten Knoten geknüpft, deckelst Deine Gefühle, verdrängst Deine Ängste und spielst den (Erwartungs-)Druck herunter.

Als Mensch handelst Du damit wider Dein Naturell.
Zwing einen Fluss in ein festes Bett, und er wird immer wieder bei Hochwasser über die Ufer treten!

Nicht anders ist es bei Dir, mit Überdruck, zu viel an Ängsten, Gefühlen, Eindrücken.
Deckeln funktioniert eine Zeit lang, wie bei einem Schnellkochtopf. Irgendwann geht er hoch!

Und dann rastest Du aus, oder wirst krank, depressiv, aggressiv, Burnout – was auch immer.

Was, wenn Du jetzt einfach mal nur für Dich, ganz heimlich, akzeptierst, dass Du als Mensch diese Regungen hast? Diese Bedürfnisse, Gefühle, Impulse?

(Ich wiederhole mich gerne: Es sieht keiner, erlaub es Dir doch einfach mal!)

Und dann MACH doch einfach mal die Übung zum „Hineinfühlen“.
Starte am Besten im Feierabend oder am Wochenende. Schaff Dir Allein-Zeit.
Und wenn Du es Dir ernsthaft erlauben kannst, wirst Du Dir ehrlicher begegnen als jemals zuvor.

Warning: Vulkanausbruch

Ehrlicher Weise möchte ich Dich allerdings auch darauf vorbereiten, was passieren kann:

Je länger Du all Deine Emotionen und Bedürfnisse „gedeckelt“ hast, umso stärker könnten sie heraus brechen.
Das kann im ersten Moment überfordernd wirken, übermächtig, schmerzhaft.
Bitte bleib ruhig. Atme ruhig und tief. Konzentriere Dich immer wieder auf die Atmung und guck/fühle nur hin – ohne (Be-)Wertung.
Vielleicht magst Du Dir Notizen machen zu dem, was da hoch kommt.
Versagensängste, Zukunftsängste, Verlustängste, Kindheitsschmerz, Verlustschmerz, gekränkte Eitelkeit – alles ist in Ordnung.
Lass es kommen mit dem Bewusstsein, dass es dann auch wieder weiter ziehen kann – sofern Du es nicht fest hältst und ewig um diesen Punkt herum zirkelst.

Authentizität
Authentizität

Perspektivänderung

Nein, viele dieser Dinge, die da „hoch“ kommen, fühlen sich alles andere als toll an, sagst Du? Befürchtest Du schon vorher?

Doch genau HIER liegt Deine Chance: Dein Potenzial, eine andere Sichtweise einzunehmen.

  • Versagensangst? Es gibt mehr als nur einen Weg, eine Herangehensweise, was sind Deine Stärken? Was hast Du unter widrigen Umständen in der Vergangenheit schon erreicht? Schau, wie weit Du schon gekommen bist!
  • Verlustangst? Was könntest Du tun, um XYZ zu (be-)halten? Könnte es aber auch sein, dass Du die Wichtigkeit überschätzt? Geht Dein Leben ohne XYZ nicht weiter???
  • Verlustschmerz? Was nicht gepasst hat, hat seinen Grund. Was ist Dir wichtig, was hast Du dazu getan, dass „es“ nicht mehr da ist? Erkenne Deine (Mit-)Verantwortung
  • Erfolgsdruck? Wer macht diesen? Konzentriere Dich auf die Ergebnisse, die Du erzielen willst und breche sie in kleine, machbare Teilabschnitte herunter
  • Und vor allem: Sei NETT zu Dir selbst! Unser schlimmster Kritiker sitzt immer noch in unserem eigenen Kopf – aber auch den kannst Du mit mehr Achtsamkeit/ achtsamen Umgang leiser stellen oder regulieren. Kritik kann, darf, nein: SOLL bitte immer konstruktiv formuliert werden – tu so, als wärst Du selbst Dein bester Freund!

Für alles gilt dabei: Persönliches und charakterliches Wachstum findet seltenst in Phasen statt, in denen es uns gut geht. Die „blöden“ Phasen und Katastrophen fordern uns heraus. Rückblickend betrachtet kannst Du normalerweise jeder Scheiß-Zeit oder -Entwicklung auch etwas Positives abgewinnen. Und wenn es das Erkennen Deiner Stärke ist, das Entdecken Deiner Kreativität – whatsoever.

Ohne die Kack-Zeiten wärst Du nicht der, der Du jetzt bist.

So, und jetzt find‘ Dich einfach mal gut; fühl Dich wohl mit Dir und freu Dich, dass Du Dich hast! 😀

 

 

Frauen und begehrt werden – ein Grundrecht für beide Seiten!

Welche Frau wünscht sich das nicht: In seinen Augen zu sehen, dass sie die „one and only“ ist.
Gegenfrage: Welcher Mann wünscht sich das nicht?

Ganz ehrlich? BEIDE Geschlechter wollen der Prinz respektive die Prinzessin für ihren Gegenpart sein.

Zusammen die Welt erobern, allen Widerständen zum Trotz gemeinsam das Leben rocken.

Und was passiert dann?

Leben.

Alltag.

Kann, MUSS aber nicht sein.

    1. Selbstverständlichkeit ist Tod

Wie ich schon immer gesagt habe – und ganz davon abgesehen auch jedem meiner bisherigen Partner – ist Selbstverständlichkeit der Tod von ALLEM!!!

Ob es der Genuß ist, jeden Morgen bei blauem Himmel, Sonnenschein auf’s Meer zu blicken;

die tollsten Hunde der Welt um Dich zu haben, die Dich begrüßen;

die Liebe Deines Lebens an Deiner Seite zu glauben –

scheiß drauf, wenn das nicht auf Gegenseitigkeit basiert!

Egal, wie toll Du bist, egal wie außergewöhnlich, es gibt einfach Menschen, die NIX zu schätzen wissen.

Die nie irgendwo ankommen – weil sie sich auch NIE selbst zu finden versuchen. Weil sie sich ausweichen in allen möglichen Varianten.

Und Du? Derjenige, der ihn/sie gesehen hat so wie sie eigentlich gedacht sind? Der immer versucht hat, sie auszugleichen und zu sich zurück zu bringen?

Bingo!

Du bleibst auf der Strecke. Bedingungslose Liebe versteht. Ja klar. Tut sie. Aber irgendwann geht’s wirklich wieder um das Thema Selbstliebe.

Warum gerate ich an jemanden, der mich mit Füßen tritt?

Für den ich nur eine tolle Trophäe war, solange bis all seine Freunde die Bilder kannten, der eine oder andere meine Bekanntschaft gemacht hatte? Aber darüber hinaus?

Nö. Trophäe. Ein Unikat im Trophäenschrank.

Egal, wie sehr Du ihnen das Gefühl gibst, anderen gegenüber äußerst und auch ihnen gegenüber, dass Du genau das bist – es wird genommen, aber niemals weder im Agieren noch im Aussprechen ansatzweise retourniert.

Doch versteht mich nicht falsch, es geht nicht um Bestätigung. Eher um so etwas wie „Angenommen-werden“. Das empfinde ich als ein ganz anderes Ding. Es geht auch nicht darum, dass Dein Gegenüber Deine Bedürfnisse befriedigen soll, sondern eher darum, dass ich als HSP die Intentionen, die hinter einer Handlung (oder eben auch einer Vernachlässigung oder Mißachtung) stecken, viel klarer und stärker empfinde, als die Aktion selbst.

Man kann ein und dieselbe Sache aus völlig unterschiedlichen Intentionen heraus machen, sagen, lassen. Der Fluch eines Empathen ist, dass er genau DAS spürt. Jeder andere Mensch hat es leichter…

Doch da stellt sich doch schon wieder die Frage nach den Ego-Triggereien, vor denen auch wir nicht gefeit sind.
Warum fühle ich mich ungeliebt, unangenommen? Warum empfinde ich es so, dass nur alles, was anderen/ihm wichtig ist, fokussiert und umgesetzt wird – aber die ein, zwei Sachen, die mir wirklich wichtig sind, seit Monaten ignoriert werden?

Warum tut es so weh, selbst im Geben Kraft zu tanken, Liebe erblühen zu lassen, Energie zu stärken – aber immer wieder zu erfahren, dass man anscheinend der Einzige ist, für den Geben und Liebe schenken einen höheren Stellenwert hat?

Empathen, vor allem HSPs wie ich sehen so vieles hinter den Vorhängen, aber wir brauchen echt lange, selbst wieder ein gesundes Maß für uns zu finden.

Wenn der Andere nur die Scheiße, auf die er selbst keinen Bock hat, für Dich über lässt, was bitte schön sagt das darüber aus, wie er Dich empfindet, liebt?

Oder wie Du Dich liebst?

Es ist oft ein Spiegel, den Dir jemand anderes vor hält. Nicht immer, aber oft.

Was passiert denn da? Zwei Gestörte, und das meine ich so, zwei Traumatisierte treffen aufeinander.

Riiiiiiiieesenpotential, endlich mal die Kurve zu kriegen. Klar, das der Empath da hoch motiviert im Boot ist, nachdem er die Situation erkennt.

Bringt nur nix, wenn er auf entfaltungsresistente Narzissten trifft. Doch warum passiert das???

Leute, wenn Ihr darauf für mich eine Antwort habt, bitte her damit!!!!

Ich war so bei mir, so authentisch, lebensliebend und autark. Dann hat er mich umgehauen, wie es mir noch nie im Leben passiert ist.

Ich hab’s als Aufgabe gesehen, denn ich sehe ihn, wie er eigentlich gedacht ist.
Aber dann ist er immer wieder, wie ihn sein Leben und die Gesellschaft gemacht hat.

Und so, wie viele in der Gesellschaft sind, behandelt er mich auch. Und da frag ich mich im Umkehrschluß: Ich lieb mich doch auch selbst, warum krieg ich so eine Scheiße präsentiert?

Ich kann vieles aus meinem Psychologiestudium verwenden, um Menschen einzuschätzen. Noch mehr aus meiner Empathie heraus. Dennoch passiert keine Begegnung ohne Grund.

Doch hier sind auch noch Tiere involviert, die unter einer Trennung enorm leiden würden.

Das kommt ja alles nicht von irgendwo her.

Darum, liebe Freunde, schreibt mir bitte Eure Ansichten.
Vielleicht fühle und denke ich gerade einfach nur zu beschränkt…

Pflicht und Freiheit – wie passt das zusammen?

Neulich hatte ich ein interessantes Gespräch mit einem meiner Lieblingsmenschen.

Unter anderem ging es um das Thema Freiheit leben und inwiefern Pflichten damit zu vereinbaren sind. Weiterlesen

1 Jahr Tramp – Einblicke, Aussichten, Rückblicke

Beim Aufräumen meines Laptops bin ich gerade auf meine Bilder von November 2015 gestoßen, meine erste Zeit in Andalusien.
Da werden so viele Erinnerungen wach, dass ich mich zu einem „kleinen“ Rück- und Ausblick hinsetze. In erster Linie hat er viel mit meinem Mindset zu tun, was sich kontinuierlich entwickelt hat. Möglicherweise ist bei meinen Gedankengängen ja auch etwas für Dich dabei?

12.11.2015 – (m)ein magisches Datum

Eigentlich fing alles ja schon so viel eher an. (Nachzulesen schon im Blogartikel „Auch im Paradies gibt’s Fliegen“)
Aus meiner Heimatregion Sauerland wollte ich schon als Teenager weg, später dann auch in irgendein Französisch-sprachiges Land. Doch als ich nach meinem ersten Jahr Selbständigkeit immer noch im Sauerland saß, hab ich mit mir mal Tacheles geredet.
Warum um alles in der Welt war ich immer noch hier???
Die Antwort guckte mich aus jedem Schrank und noch viel mehr aus meinem Keller heraus vorwurfsvoll an:
Ich hatte Zeugs ohne Ende. Noch nicht mal gesammelt, aber viele Interessen führen oft auch zu vielen unterschiedlichen (Sport-)Garderoben und Equipments.
Dazu wollte ich die Sachen meines Juniors immer mal bei ebay einstellen.
Der war mittlerweile 21 – und ich hatte noch Jeans in Größe 134 im Keller…
Okay, nach einer Runde Schämen bin ich mit mir selbst ins Gebet gegangen:
Kann ja wohl nicht wahr sein, dass das ernsthaft der Hauptgrund ist, warum ich immer noch da war?
So fasste ich im Sommer meinen Entschluss: Jetzt wird Entrümpelt, Rausverkauft, Weggegeben, was das Zeug hält und dann geht’s los!

1. Challenge: Extreme-Downsizing

Und da waren sie wieder, meine 3 Probleme: Wenig Zeit Dank Ganztags-Job( naja, Selbständigkeit deckt sich nicht zwingend mit effizientem Arbeiten), Hund und Familie, dafür Haufenweise Klamotten, Möbel und Co., die bei  ebay und anderen Verkaufsportalen eingestellt werden wollten – doch weil die alle mindestens einmal schon beim Einstellen abgestürzt waren, soviel Lust wie das bekannt-beliebte Schwein zum  Tanzen hat (wobei ich mich tatsächlich frage, ob Schweine nicht gern tanzen würden, wenn sie die  Möglichkeit dazu bekämen…).

Als Erstes bemühte ich mich darum, Leute zu finden, die eh schon bei ebay Sachen einstellten. Lieber wollte ich die ganze Mühe gegen prozentuale Gewinnbeteiligung abgeben, als alles selbst zu machen.
Doch die „lieben Leutchen“ waren noch unzuverlässiger als die hiesigen Spanier, also suchte ich nach weiteren Möglichkeiten.

Meine nächste Idee war es, diese Tätigkeit als eine Art „Wohnen gegen Hand“ abzugeben. Schließlich hatte ich ein Zimmer in meiner Wohnung frei.
Doch derjenige, der sich darauf meldete, hatte weder vom Einstellen noch Fotografieren auch nur ansatzweise Ahnung – so dass ich alles nacharbeiten musste – also wieder eine Null-Nummer.
Also hab ich in den sauren Apfel gebissen und die Verkaufstexte inkl. Einstellen doch selbst gemacht.

Flüchtlingshilfe – eine gute Tat für beide Seiten

Doch irgendwie wollte die Menge an Sachen gar nicht recht weniger werden, im Keller wie in meiner Wohnung türmten sich immer noch ewig viele Sachen.
Zum Glück gab es den Aufruf der Flüchtlingshilfe, ob man nicht Sachen abzugeben hatte.
Nach einer schnellen Durchsicht und einem entsprechenden Anruf, habe ich den fleißigen Helfern mit Spielzeug, Klamotten und Musikinstrumenten dann „mal eben“ ihren Sharan komplett voll gemacht – zur beiderseitigen Freude.

Irgendwann Anfang/Mitte Oktober war zumindest ansatzweise Land in Sicht – und ich hatte großartigste Hilfe von Thomas B., den ich in der Gruppe 2020 – die neue Erde kennen gelernt hatte.
Sein Vorteil: Er arbeitete für eine Abriss- und Entsorgungsfirma, so dass wir den Keller gemeinsam nach guten Sachen und Entsorgungswürdigen durch sortieren konnten und er die zum Entsorgen mitgenommen hat.
Das machte zu Zweit eh noch mehr Spaß als alleine, und so kasperten wir auch ziemlich dabei herum.

Marc’o Polo – ungeahnte Möglichkeiten

Er war auch derjenige, der mich auf den Autoverkauf eines Bekannten aufmerksam machte: Ein 22 Jahre alter, super erhaltener Polo für kleines Geld, bei dem lediglich die Kupplung neu gemacht werden musste.
Der passte nicht nur ins Budget, Thomas bot mir auch an, den Wagen mit einem gemeinsamen Bekannten zu reparieren. Klar habe ich sein Angebot gerne angenommen! (Mega-Danke an dieser Stelle nochmal an Thomas und Axel!)

Flowmobil SOUL 144
Flowmobil SOUL 144

Wohnen gegen Hand – Auswandern auf die andere Art

Auch durch Facebook war ich in der Gruppe „Wohnen gegen Hand“ und „Urlaub gegen Hand“ aktiv.
Ich dachte mir: Es gibt so viele kleine Hotelbetriebe in Spanien, Yoga-Fincas, Wellness-Oasen und weiß-der-Deubel-was alles, die sich vernünftiges Marketing oder Suchmaschinenoptimierung usw. nicht bzw. kaum leisten können.
Ich wiederum wollte nicht mehr im einsamen Kämmerlein sitzen; mich allein zu verpflegen machte schon lange keinen Spaß mehr und Ortsveränderung war eh überfällig.

Also bot ich dort mein etwas anderes Angebot für „Wohnen gegen Hand“ an, was auch auf regen Zuspruch stieß.
So hatte ich nach wenigen Tagen folgende Optionen:

  • Pferdefinca in Südandalusien
  • Yogafinca nahe Nerja/ Andalusien
  • Finca in Portugal
  • Yogahaus auf Mallorca
  • Pferdefarm in Südschweden
  • Ferienanlage am Balaton
  • Berg-Gehöft in der Schweiz

Rundreisepläne entstehen langsam

So baute sich in meinem Kopf nach diversen Gesprächen mit den Beteiligten so langsam folgende Route auf:

Winter in Südandalusien
Finca in Portugal zum Frühjahr
spätes Frühjahr/Mandelblüte auf Mallorca
Sommer in Südschweden und Schweiz
Herbst am Balaton
dann mal weiter sehen oder gucken, wo es mir am Besten gefallen hat…

Das erste Jahr wäre auf diese Weise auf jeden Fall schon einmal gut aufgeteilt im gesamten Europa verteilt, was gerade auch für die 183-Tage-Steuer-Regel interessant war. (Gut nachzulesen auf www.staatenlos.de)

Als Stichtag bzw. Monat hatte ich mir also den Oktober gesetzt – der konnte im Sauerland superschön aber auch ganz schön ätzend sein.
Doch der Polo wurde und wurde nicht fertig, mein Keller bzw. die Entsorgungs-/ Entrümpelungs-arbeiten irgendwie nicht weniger – doch die vielen Gespräche via. Skype, Facebook und Mail mit der Pferdefinca in Südandalusien machten es immer dringlicher, dass ich langsam aber sicher Nägel mit Köpfen machte.

So erlebte ich meine letzten eklig-grau-kalt-nassen Tage im Oktober, verfluchte meine klammen Hände und hatte Südandalusien vor der Nase wie der Esel die berühmte Karotte.

Ende Oktober hab ich dann entschieden: Wenn der Wagen einfach nicht rechtzeitig fertig ist, lass ich den Jungs eben Zeit bis Weihnachten.
Dann wollte ich eh mit dem Flieger heim kommen und nochmal Xmas mit der Familie feiern – warum also nicht gleich für die noch übrigen 6 -7 Wochen den Flieger nehmen? Soviel Zeit hatten die Mädels von der Pferdefinca und ich eh miteinander veranschlagt.

Gesagt, getan, die Mädels informiert, Flüge gecheckt und gebucht: Der 12.11. stand nun endgültig fest!

Doch ich will mich hier ja nicht in der eigentlichen Geschichte verlieren – die könnt Ihr schließlich hier auf dem Blog als „Geh Deinen Weg“-Story nachlesen.

Hier möchte ich Gedankengänge, Gefühle, Synchronizitäten und Ähnliches, was ich aus diesem Jahr mitgenommen habe, rüber bringen.

Also fangen wir doch mal Folgendermaßen an:

Meine Überzeugung, dass die Möglichkeit auf eine bessere Welt mit angenehmerem Miteinander an uns allen selbst (und wie wir untereinander miteinander umgehen) liegt, hat mich zu dem eBook „2020- die neue Erde“ und in die gleichnamige Gruppe geführt.

Die ist der eigentliche Auslöser dafür, dass Spanien überhaupt interessant für mich wurde. Schließlich gab und gibt es hier ganze Dörfer für kleines Geld zu verkaufen, in denen man alternative Lebensformen mit Permakultur, autarker Energie usw. ins Leben rufen könnte – was aber bedingen würde, gut Spanisch zu beherrschen. So könnte man anständig mit den Verantwortlichen verhandeln – und genau da sah ich mich mitmischen.

Dank dieser Gruppe lernte ich eben auch Thomas kennen, ohne den ich weder meine Spirit (damaliger „Arbeitstitel bzw. -Name“ Marc’o Polo) noch diese tollen Hilfemöglichkeiten gehabt hätte.

Die „Wohnen gegen Hand“-Gruppen zeigten mir die Möglichkeit, auf eine Weise meinen Auswander-Wunsch umsetzen zu können, ohne komplett auf alle Sicherheiten verzichten zu müssen (dazu später mehr, denn dieser Gedanke ist so ziemlich das Falscheste meines ganzen Trips).

Meiner Ansicht nach ist es deutlich leichter, in einer komplett anderen Kultur sich auf die Spuren seines – wie ich es nenne- „authentischsten Selbst“ zu machen, als in dem Kulturkreis, der einen bisher mit all den Regeln und Konditionierungen eingeschränkt hat. (Was sich zumindest bisher für mich als richtig erwiesen hat).

Sicherheit(en) gibt es keine -aber Synchronizitäten, Vertrauen ins Leben und Dich selbst – inkl. Erfahren, dass alles was ist in Resonanz zu Deinem eigenen Energielevel geht – und das basiert darauf, ob Du z.B. das Leben liebst oder fürchtest.
Wobei ich hierzu sagen möchte:

Fürchten kann ich nur Zukünftiges; lebe ich tatsächlich im Moment, gehört die Furcht nicht zu den verfügbaren Emotionen.
Ich habe gelernt: Trauer gehört zur Vergangenheit und zu Verlustgefühlen, Furcht zu Zukunftsängsten und Mangel an Vertrauen (ins Leben und sich-selbst).

Welche Überzeugungen haben sich bewahrheitet, was ist neu, hat sich im Laufe meiner Reise verändert oder wächst gerade?

Platt gesagt: No risk, no fun ist eines davon 😉
Dazu – wie ich schon häufiger in meinem Blog geschrieben habe, ist nicht nur der Flow, sondern auch Vertrauen ins Leben und mich selbst einer der wichtigsten Aspekte meiner bisherigen Reise.

Ganz wichtig ist seitdem, meiner Intuition zu folgen. Dazu schicke ich meinen Verstand aka Waldorf und Stadler (in anderen Blogartikeln von mir nachzulesen) zum Chillen in die Hängematte und höre entgegen meiner Vernunft auf mein Herz. 🙂

Sich selbst bedingungslos zu lieben, seinen „negativen“ oder dunklen Seiten nicht nur zu begegnen, sondern sie auch anzunehmen, gehört zu den wichtigsten Punkten.
So kann ich nicht nur anderen entsprechend offen, vertrauensvoll und mit liebendem Herzen begegnen, ich ziehe dadurch auch verstärkt genau die Situationen und Personen in mein Leben, die zu meinem (dadurch bedingten) Energielevel, Denken und Fühlen passen!

Achtung! Das funktioniert anders herum genauso!!!
Bin ich negativ eingestellt, ängstlich usw., hat auch das dieselbe magnetische Wirkung.

Resümee: Mein Leben, meine Regeln, meine Entscheidungen – mein Schicksal!

Unter’m Strich kann ich nach diesem ersten Jahr sagen: Jeder IST seines eigenen Glückes Schmied!
Diejenigen, die in unser Leben treten – sei es als Weg-begleitende Freunde oder große Liebe – passen zu diesen Zeiten exakt zu unserem inneren Denken und Fühlen.

Was mir seitdem sehr präsent ist: Ich wurde gefragt, wie es denn wäre, so vollkommen ohne Zuhause zu sein.
Doch für mich fühlt es sich ganz anders an: Ich war nie mehr zuhause als seitdem! Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass „nach Hause kommen“ eher ein „bei sich/in sich selbst ankommen“ bedeutet, als ein (von der Möbel- und Bauindustrie beworbenes) „Zuhause-Gefühl“, dass sich an Orten, Möbeln oder anderen Einrichtungsgegenständen festmachen lässt.

Mich von Möbeln und Orten zu lösen, war mit eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe!
Mehr auf meine Intuition zu hören, ebenfalls.
„Waldorf und Stadler“ in die Hängematte zu schicken genauso.
Mir selbst ehrlich zu begegnen und mich authentischer zu leben, hat u.a. zu tollen neuen Freunden aus unterschiedlichsten Ländern geführt, einem gänzlich anderen Kontakt zu meiner Familie und vor allem dazu, der Liebe meines Lebens zu begegnen <3.

Schluss-Satz:
Vergiss nie: Die Energie folgt der Aufmerksamkeit ebenso, wie sie Gleichgesinnte(s) anzieht.

Hasta luego!

Geh Deinen Weg (Teil 13) – Deutschlands „Sommer“

Und weiter geht’s mit Geh Deinen Weg, wir sind schon bei Teil 13 (12: Almunecar, 11, Reg Salobrena).

„Komm im Sommer nach Deutschland, haben sie gesagt. Dann ist es schön, haben sie gesagt“ – Pustekuchen! Weiterlesen

Erwachsen werden – muss das sein???

47 bin ich nun, und hab gerade eine Teenie-Komödie auf dem Schirm, in der der Satz fällt: „Ihr übernehmt nie Verantwortung, lasst laufen und meint, dass alles schon irgendwie wird“.

Das erinnert mich an meinen Sohn, der mit 4 auf der Treppe in meine Arme sprang, wohl vertrauend, dass ich ihn auffing.
Klar hab ich das…

Doch nun bin ich unterwegs, ohne Netz und doppelten Boden. Und ja, auch ich lasse immer noch laufen. Weil laufen lassen, Flow, etwas Natürliches ist.
Das entbindet mich aber nicht von einer gewissen Verantwortung, dennoch auf meine Ziele hin zu arbeiten.

Ich entscheide nur deutlich achtsamer, was ich wann tu.
Ich bemühe mich, mir weniger Sorgengedanken zu machen – die Energie folgt der Aufmerksamkeit – sondern konzentriere mich lieber auf den Genuss von all dem, was ich tu.

Ob ich liebe oder arbeite – ich streiche das MUSS. Ich tu, was ich will, ich bin in diesem Punkt zugegeben zutiefst egoistisch.
Ich liebe nämlich gerne, ausgiebig und umfassend – und seit einigen Monaten mehr als nur mein Leben und mich, sondern auch noch einen ganz besonderen Mann.

Aber für diesen Artikel ist das fast schon nebensächlich, doch der obige Satz aus dem Film hat mich echt inne halten lassen.
Bin ich weniger erwachsen, weil ich „laufen lasse“?
Für mich heißt das auch, Vertrauen in den Flow zu haben.
Wer sich jemals mit dem Fluss von Wasser oder auch von Energien beschäftigt hat, weiß, dass es eh nix bringt, sich dagegen zu stellen.
Und paradoxer Weise schwimme ich genau in diesem Flow gegen den Strom.
Mainstream schreibt Dir vor, wir Du zu ticken hast, zu funktionieren.
Nee, dafür bin ich nicht hier.
Aber dennoch bin ich mir meiner Verantwortung für mich, meinen Einfluss auf meine Freunde, aber auch mein Lebensglück bewusst.
Und ich weiß, wo der Kern ist, dazu anzusetzen – zumindest hat er sich für mich persönlich als ausgesprochen hilfreich und verstärkend erwiesen.

Erwachsen sein, was heißt das für mich?
Natürlich gibt es da draußen gefühlte Milliarden Gurus, die Euch genau sagen, was Ihr zu tun und zu lassen habt, um erwachsen zu sein. Um zu Euch zu finden.
Ich will hier nur vermitteln, was es für mich ist, und wenn es für Dich persönlich da eine innere Resonanz gibt, kann es das auch für Dich überdenkenswert sein.
Erwachsen sein heißt für mich, Verantwortung auf ganzer Linie zu übernehmen. Der Spruch: „Jeder ist seines Glückes Schmied“ ist mehr als treffend.
Passen mir die Umstände nicht, dann gucke ich, wie ich sie ändern kann. Lamentieren bringt da gar nix!
Aber ich vergesse auch nicht, dass meine Seele irgendwie immer ein Kind ist.
Sie mag schaukeln – was mir gerade hier unten in Andalusien etwas fehlt. 🙂
Dabei wäre hier die perfekte Location für eine Hängematte – abgesehen vom fehlenden Pfosten.
Doch genau da kommen wir wieder zu Punkt eins: Wo ein Wille, da ein Weg!
Jaja, wieder so ein schlauer Spruch, doch ganz ehrlich: Ne Menge der alten Philosophen haben das echt schon drauf gehabt!
So sitz ich hier um 03.41h an einem Freitagmorgen, besser in einer Freitagnacht, und schreibe diesen Post.
Weil ich total hedonistisch nach meinem „Tagwerk“, aber auch weil mein Schatz nicht da ist, mir ein Video angeschmissen habe und diese eine Aussage in einem eigentlich oberflächlichen Film (okay, warum guck ich den eigentlich???) dazu gebracht hat, einen Break zu machen.

​ Bin ich weniger erwachsen für mein Alter?
Wer will das beurteilen? Außer mir sicher niemand.
Ich finde es wichtig, das Kind in mir zu behalten. Doch was macht das für mich aus (und damit meine ich wirklich NUR meine eigene Einschätzung! Hinterfrag es für Dich selbst)
Was ich eher dem kindlichen Selbst zuschreibe, ist die Begeisterungsfähigkeit, die Lebensfreude, die Unbeschwertheit, dass mich die Einschätzung anderer wenig bis gar nicht interessiert. Das zutiefst hedonistische Sein.
Und den Erwachsenen?
Der Blick auf’s Konto; die Tätigkeiten, die ich mache, um eben Solches zu füllen, die Disziplin, die ich dafür an den Tag zu legen habe.

​ Mein Ziel: Mix it!
Ich sage nicht, dass ich schon angekommen bin, doch ich bin in der glücklichen Lage, die beiden Bereiche mehr und mehr zu mixen.
Indem ich Aufträge annehme, die mich begeistern, für die ich brenne und wo die „Arbeit“ keine Solche ist. Wo ich Zeit statt Deadline habe und der Kontakt zu den Auftraggebern inspirierend ist.
Wo Freude und Begeisterung meine Inspiration und Kreativität beflügeln.
Wie gesagt: Nicht immer, aber immer öfter.
Und dann entwickelt das Kind in mir, in Gedanken schaukelnd, die geilsten Artikel, die ich anschließend voll im Fluss in die Tasten hacke.
So wie diesen.

DAS ist für mich Erwachsen sein:

Die perfekte Kombination des inneren Kindes mit dem Erwachsenen in Dir, in mir.
Für mich, und das will ich nochmal betonen, ist genau diese passende, gut abgestimmte Mischung das Ziel.
Vielleicht sogar mehr als nur Erwachsen-sein, vielleicht ist das das, was man landsläufig als weise bezeichnet…

Geh Deinen Weg (Teil 12) – let there be love

Geh Deinen Weg (Teil 12) – hier geht’s jetzt weiter, sowohl inhaltlich als auch örtlich.
Von Salobrena 18 km weiter Richtung Almunecar, wo auch die ganzen Musikevents schon im Frühjahr statt fanden.
Doch am Ende von Geh Deinen Weg (Teil 11) war ich noch bei Andrea und Miguel – und genau hier sollte sich mein Leben um 180° drehen… Weiterlesen

Geh Deinen Weg (Teil 11) – Music heals your soul

Geh Deinen Weg ist zurück aus der Sommerpause – viel ist passiert, was mich echt vom Schreiben abgehalten hat. Doch heute soll’s um die Zeit nach dem 12.02.2016 gehen, angefüllt mit Musik, Youtube-battles, No-excuses-Challenge und noch einigen anderen Ups and Downs. Weiterlesen

Geh Deinen Weg (Teil 10) – the challenge to hug an englishman

Ist es wirklich schon wieder fast einen Monat her, seit ich Geh Deinen Weg (Teil 9) geschrieben habe? Kaum zu glauben, doch manchmal hab ich das Gefühl, die Zeit hier unten flitzt noch schneller als im restlichen Europa…
Wer des Englischen nicht so mächtig ist: The challenge to hug an englishman bedeutet: Die Herausforderung, einen Engländer zu umarmen. Und dieser Ausspruch ist ebenso bezeichnend für Teil 10 wie die Herausforderungen, den Triggern meines Egos gegenüber zu stehen. Doch lest selbst weiter… Weiterlesen

Auch im Paradies gibt’s Fliegen – über Idealismus, Dankbarkeit und Leben im Moment

November 2015. Ich blicke auf’s Meer. Türkisfarben rollen die Wellen mir entgegen. Es ist, als ob mir meine Seele entgegen kommt…
Dabei hänge ich hier im Nichts, nachdem der seit über 2 Monaten geplante, durchorganisierte und besprochene Auftrag von heute auf morgen abgesagt wurde.
Da stand ich nun, mit riesigem Backpack, Hund und Laptop aber ohne Zelt oder Schlafsack allein in Tarifa, ohne konkreten Plan, wie es weiter gehen sollte.
Internet und Strom hatte ich nicht, um meine anderen Kontaktpersonen zu erreichen – aber eine wundervolle Seele in Gestalt des Weltenbummlers Herbie (www.herbieontour.de) kam mir zur Hilfe.
Manchmal, vor allem, wenn wir tief in uns Vertrauen in den Lauf der Dinge haben, geschehen die seltsamsten aber passendsten Dinge. Kein Regisseur würde sie ins Drehbuch aufnehmen – zu schräg, zu unwahrscheinlich. Und dennoch: That’s life… 🙂

Zeitsprung: Februar 2016

Noch immer fühlt sich alles so unwirklich an, und doch bin ich hier, hier im Süden Spaniens, mitten im „Winter“, bei sonnigen 20 Grad, in Salobrena. Ein Ort, der eigentlich gar nicht auf meiner Liste stand. Spätestens seit Dezember habe ich aufgehört zu planen – ist eh alles komplett anders gekommen und meine größte Hilfe auf diesem Weg war meine Intuition und mein offenes Herz.
Bis ich hier gelandet bin, ist die abenteuerliche Geschichte einer Frau, die auszog, sich selbst zu finden.

 

Rückblick, Juli/August 2015

Schon so lange war ich es leid: In meinem Keller stapelten sich nach wie vor die Klamotten und Spielzeuge meines Sohnes, seit er 4 Jahre alt war – der Bursche ist jetzt 20!!!
Ein Raum von ca. 30 qm Größe, voll ungenutzter Dinge. Dazu viel zu viel in meiner Wohnung, ich hatte eine tiefe Sehnsucht danach, „down zu sizen“, wie ich es nenne.
Ballast sowohl innerlich als auch äußerlich los zu werden.

Überall-worker an der Kette

Was mich am Meisten störte? Ich war seit über einem Jahr selbständig, konnte von überall aus arbeiten, solange ich Strom und Internet habe – warum um alles in der Welt saß ich immer noch in meiner kleinen Heimatstadt im Sauerland, in der der Großteil des Jahres eher grau, regnerisch und unfreundlich war???
Dabei wollte ich schon seit über 15 Jahren auswandern; am Liebsten in eine frankophone Region. Ich liebe die französische Sprache, die Mentalität, Gastfreundschaft und erst recht das Klima in Südfrankreich!
Was hält mich zurück?
Diese Frage beschäftigte mich nicht sehr lange, denn sie war ganz klar und die Antwort verhöhnte mich Tag für Tag auf’s Neue: All den Ballast, all die Sachen, die ich im Lauf der letzten 20-30 Jahre gehortet hatte, irgendwie los zu werden. Da war zu viel wirklich Schönes dabei, als dass ich es verschleudern wollte, doch am Meisten schreckte mich generell der Aufwand ab!
Beschreibungen erstellen, Fotos machen, Maße nehmen, in diversen Verkaufsportalen einstellen, verpacken, versenden… Eigentlich war mein Tag voll genug mit Hund und meinem Marketingjob!

Schnauze voll – irgendwann reicht’s einfach!

Juli/August war es dann soweit! Ich hatte echt sowas von „die Schnauze voll“ von all dem Zuviel. Außerdem vermisste ich Lebens-Art. In Deutschland prötteln unglaublich viele Menschen alleine vor sich hin, gegenseitige Treffen im Alltag, während der Woche? Fehlanzeige.
Und ich saß tagein, tagaus alleine vor meinem Rechner und fragte mich, was Lebensqualität für mich ausmacht.
Da kamen die Antworten sehr schnell: Ich liebe Geselligkeit, gute Gespräche, aber vor allem auch mildes Wetter, Sonne und blauen Himmel. Das hat auf mich sehr inspirierende Auswirkungen. Und die sind natürlich unglaublich nützlich, wenn man wie ich in einer kreativen Branche unterwegs ist.
Aber auch jetzt kamen natürlich wieder die Gedanken auf: Wie um alles in der Welt sollte ich die ganzen Klamotten los werden? Doch der Anfang kam auch hier per Impuls über Facebook:
Eine Freundin, allein erziehende Mutter eines kleinen Jungen, fragte nach ein paar Jeans – und wir fanden prompt in meinem Keller zwei Säcke voll Klamotten für ihren Junior. Dazu noch ein paar Schuhe und Spielzeug – der Anfang war gemacht!
Auch hier gab es ein paar Schleifen im Weg, die so nicht geplant waren. Menschen, die mir beim Verkaufen helfen wollten – aber mich entweder komplett hängen ließen, oder diesen Job einfach nicht so machten, dass das Ergebnis zufriedenstellend gewesen wäre. Also habe ich alles überarbeitet und im Anschluss eben doch selbst gemacht.

Zwei Monate – kurz oder lang?

Zwei Monate können echt als kurz oder lang empfunden werden. Ich frag mich heute, ob ich dazu überhaupt ein Zeitgefühl hatte. Ich war total beschäftigt mit „Rausverkauf“, einige Sachen hab ich gespendet oder an die Flüchtlingshilfe gegeben. Doch irgendwann war der Großteil geschafft – und mein Auftrag für eine Pferdefinca in Andalusien (meinem ersten Anlaufpunkt) rückte in immer greifbarere Nähe.
Zwischen dem 15.Oktober und dem 01.November wollte ich los – und da bot sich zudem noch an, dass ich einen Polo kaufen konnte. Perfekt, mehr, als was in einen Polo passt, wollte ich eh nicht mitnehmen!
So kam er unter dem Projektnamen „Marco Polo“ 😉 ins Team. Zum Glück hatte ich ein paar gute Freunde, die sich seiner angenommen haben, um ihn auch anständig flott zu machen.
Doch jeder von Euch weiß wie es ist, im normalen Alltag: Wir sind mit unserem normalen Leben schon so beschäftigt, dass solche Zusatzaufgaben, wie einen Polo fit zu machen, schnell zu viel werden können. Mein Wunschtermin rückte immer näher – doch Marco war immer noch nicht fit!

Na gut, dann flieg ich eben!

Auch der 01.November war längst verstrichen, von der Pferdefinca erreichten mich Nachrichten, wie dringend sie meine Unterstützung dort brauchen würden – also war die Entscheidung schnell gefallen:
Ein paar Flüge gecheckt und schon war klar: Ich komme per Flieger. Ich wollte eh zu Weihnachten heim zur Familie, also war das vollkommen passend für diese 6-7 Wochen!
Positiver Nebeneffekt: Meine „Jungs“, die an Marco herum schraubten, hatten weitere 6 Wochen Zeit, ihn fit zu machen.
Gesagt, getan, meine Finca-Mädels informiert und ebenso ein Zimmer in der Altstadt von Jerez für die ersten Übernachtung gebucht.
Mein erster Trip komplett alleine – noch dazu, ohne die Landessprache tatsächlich zu beherrschen!
Versteht mich nicht falsch, ich hab ’ne ganze Zeit lang spanisch gelernt. Aber weil ich niemanden um mich herum hatte, mit dem ich das hätte vernünftig trainieren können, hab ich vieles wieder vergessen und verlernt.
Doch ich dachte mir, die Worte kommen schon zurück, und nirgends lernt es sich leichter, als mit notwendigerweise Praxis vor Ort.
Nicht eine Sekunde lang war ich irgendwie ängstlich.
Wie ich mich in den letzten Tagen vor dem Abflug gefühlt habe, habe ich hier festgehalten:
Einfach sein
Wichtigster Tenor: Lass Deinen Verstand mal chillen, schick ihn in die Hängematte. In meinem Kopf befinden sich Waldorf und Stadler (aus der Muppetshow), die wirklich jedes einzelne Gefühl, jeden Gedanken kommentieren und versuchen, in Schubladen einzuordnen. Die schicke ich seit vergangenem Jahr regelmäßig zum Chillen in die Hängematte. Mittlerweile scheinen die zwei das auch zu genießen 😉
Tarifa, my love!
Tja, und dann stand ich in Tarifa, quasi lost in space, wenn ich nicht Herbie als rettenden Engel gehabt hätte. Alles kam komplett anders als ursprünglich geplant.
Aber auch hier habe ich mich nicht „aufgeschmissen“ gefühlt. Ich war die absolute Ruhe in mir und dachte nur: Alter, Du bist ja echt irgendwie abgefuckt tough, wo kommt denn das her? Ich kann’s Euch sagen: Ich folge sehr viel meiner Intuition, und wenn die mir das Gefühl gibt, dass etwas stimmig ist, dann kann ich mich blind drauf verlassen. Und genau das hat sie getan.

Folg Deinem Herzen
Folg Deinem Herzen

 

Richtig, falsch? Nee, wegig

Komischer Begriff? Mag sein. Abwegig kennt fast jeder, aber wegig?
Es geht eben nicht darum, die Situationen in richtig oder falsch einzustufen, sondern wir wissen alle, dass wir in einigen echt miesen Situationen die besten Wendungen oder auch Entwicklungen, Veränderungen erlebt haben.
Und so gilt es, Situationen einfach vertrauensvoll anzugehen und das bestmögliche daraus zu machen. Vollkommen darauf vertrauend, dass es eben schon seine Gründe hat, dass alles so ist.
So saß ich kopfschüttelnd am Strand von Tarifa, ins WLAN vom Nachbarhotel eingeloggt und wunderte mich nur über mich selbst…

 

Rio de la Miel – hier kannst Du Deiner Seele begegnen!

Sechs Wochen in Andalusien ohne Plan, Strom und nur sporadisch Internet können eine lange Zeit sein.
Doch eines habe ich mir direkt nach der Absage der Pferdefinca gesagt: Ich gehe nicht direkt wieder nach Deutschland, nur weil sich die Dinge hier gerade anders entwickeln! Oh nein, ich kann echt ein Terrier sein, und ich habe gespürt, dass ich hier im tiefen Süden Spaniens auf ganz wichtigen Spuren unterwegs bin. Meinem Weg zurück zu mir.

Wie das alles so lief, kannst Du Etappen-weise in „Geh Deinen Weg“ nachlesen; aber auch gerade jetzt, wo sich mein „Aussteigen“ beinahe jährt, habe ich nochmals über mein erstes Jahr als Tramp geschrieben.
Als Fazit kann ich nur sagen: Ich bin mir bisher schon eine ganze Menge selbst begegnet, mit allen Höhen und Tiefen, Schattenseiten und Lichtvollen.
Und bin dort im tiefen Süden Spaniens meiner großen Liebe begegnet – was meiner Ansicht auch nur ging, nachdem ich begonnen hatte, mir zu begegnen und absolut authentisch-intuitiv mein Leben zu leben.
Nachlesbar wie gesagt auf meinem Blog als „Geh Deinen Weg“-Story…

Mein Leben war nie schöner, abwechslungsreicher, erfüllter oder bereichernder!