1000 erste Male – Paragliding

Und wieder gibt’s einen „1000 erste Male Blogpost“, der mir diesmal besonders viel Freude macht, denn „in die Luft zu gehen“ steht schon seit einer gefühlten Ewigkeit auf meiner Bucket-List! 🙂

Neulich war’s endlich soweit; wie ich es empfunden habe, kannst Du hier nachlesen…

GÖLDIS GOLDENES HÄNDCHEN

Würde ich mit jedem fliegen? Hm, spontan beantwortet: Nein. Doch was Göldi betrifft, verfolge ich schon seit geraumer Zeit seinen Blog (www.goeldiontour.de) und habe ihn im Sommer auch persönlich kennen gelernt.
Dieser Mensch gefällt mir mit seiner Authentizität, seinem Nicht-Verbiegen, aber auch seiner Einfühlsamkeit, was seine „Mitflieger“ betrifft, einfach total!

Offene, klare Worte finden sich bei ihm ebenso, wie – zumindest ich – sein Gespür für den Gefühlszustand seiner Mitflieger.

Davon abgesehen ist er ein sehr guter Freund meines Cariños, so dass es sich gestern einfach anbot, meinen Wunsch zu fliegen in die Tat umzusetzen.

PUSTEKUCHEN, NIX WIND

Okay, geplant war nun also eines nachmittags Ende Dezember ein Flug quer über Almuñecar, Velilla und Playa Cabria, doch die Thermik machte den Flügen schon ab Mittag einen Strich durch die Rechnung.

Auch hier unten in der Bucht, von wo aus ich die Paraglider sehen konnte, war zu erkennen: Die kommen alle viel schneller runter als sonst. Klare Kiste: Die Thermik spielt nicht mit…

So kam Göldi zu mir und schilderte die Lage: Entweder wir fahren hoch, warten und schauen, ob’s für’s Starten langt (jepp, dafür hat er das nötige Feingefühl und erst recht die nötige Erfahrung), auch mit dem Wissen, dass der Flug dann nicht ewig lang wird. Oder wir verschieben es auf einen anderen Tag mit besserer Thermik.

HERZENTSCHEIDUNG – GO(Ö)LDRICHTIG

Viele, die meinen Blog verfolgen, wissen bereits, dass ich in vielen Bereichen sehr intuitiv in die Herzentscheidung gehe. Das habe ich in diesem Moment dann auch gemacht, obwohl Göldi, so wie er mir später sagte, es hier unten vom Boden aus betrachtet als nicht mehr umsetzbar eingeschätzt hätte. Aber man weiß eben nie, wie viel Wind dort oben ist, wenn man sich im Tal bewegt.

Meine Intuition sagte „go“ und so fuhren wir zum Startplatz hoch.
Ein weiterer Gleitschirmflieger war dort auch schon kurz vor dem Start, die Windhosen waren in Bewegung – da sollte also noch was gehen!

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„DA NICHT DRAN ZIEHEN“ – EINWEISUNG

Während Göldi mich ins „Gurtzeug“ steigen ließ und die Verschlüsse schloss, kamen die ersten wichtigen Einweisungen.

„Die (jeweils) 3Verschlüsse an den Oberschenkeln, da lass die Finger von – die sind Deine Lebensversicherung“. Okay, kann ich mir merken.

„Ich starte entweder neben oder hinter Dir, bring Luft in den Schirm und wir rennen, bis ich Dir sage, dass Du aufhören kannst.“ Auch okay – aber warte mal, rennen? Wie schnell, so richtig doll?
Doch dann erinnerte ich mich, dass er zuvor Jörg mitgenommen hat, und der ist mit Knie und Hüfte etwas gehandicapped. Das sollte sich also machen lassen.

NERVÖS? KEIN BISSCHEN…

Kurz vor dem Start warf Göldi die GoPro an, weil ich mir ein Video vom Flug gewünscht habe.

Hm…da stand ich mal kurz wie Falschgeld rum; schon festgegurtet und mit Göldi per starker Karabiner verbunden, aber natürlich kannte ich die Abläufe nicht.

Doch das dauerte nur einen kurzen Moment; dann entschloss sich Göldi, den Schirm schon in die Luft zu bringen und stand hinter mir.

Wie er mir erklärt hatte, habe ich meine Arme dann rechts und links durch das „Gurt-Triangel“ geschoben.

Und dann standen wir und warteten. Und warteten. Warteten. Es war wie verhext, gerade in dem Moment rührte sich kaum ein Lüftchen!

Doch dann kam eine leichte Brise auf, dann noch etwas mehr – und auf einmal rief Göldi: „Lauf, lauf, lauf!“

Wir rannten los, doch bei seinem dritten „lauf“ waren meine Füße schon in der Luft – und kurz darauf wir beide, sanft getragen von dem riesigen Schirm!

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Boah, wie geil war das!!!
Also, ich hab ja schon viel abgeseilt, beim Klettern und auch beim Canyoning, aber immer, wenn ich den Abseilpunkt zu meinen Füßen hatte, fühlte ich mich gar nicht wohl! Da brauchte ich echt Überwindung. Normalerweise hängst Du erst im Seil, bevor Du über den Rand steigst, aber wenn der Punkt zu Deinen Füßen liegt, musst Du quasi schon los, bevor Du dieses Gefühl von Sicherheit hast.

Das war beim Gleitschirm-fliegen gaaanz anders!!!

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Schon beim Laufen habe ich die enorme Kraft von oben gespürt; dieses „Getragen-werden“ von der Luft, die uns umgibt (ich schätze, Göldi wird über meiner Beschreibung die Hände über’m Kopf zusammen schlagen 😉 ).

Ein Gefühl, dass ich stündlich, täglich genießen möchte!

Und dann rückst Du Dich in dem Sitz zurecht, ziehst die hochgerutschte Jacke wieder runter und machst das Einzige, was Du da oben machen kannst – am Besten machen kannst:

G E N I E S S E N !!!!

Und WAS es dort oben alles zu genießen gibt!

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AUSSICHTEN, ANSICHTEN, SINNE ERLEBEN

Bevor wir geflogen sind, habe ich mich mit Göldis Freundin kurz geschlossen. Was sollte ich sinnvoller Weise anziehen? Ihr Tipp: Feste Schuhe, knöchelhohe Socken, Windbreaker.
Check, hatte ich alles.

Doch ich war echt überrascht, wie mild die Luft dort oben war! Ich fand sie angenehmer als am Boden, und ich vermute, dass auch das mit der Thermik zu tun hat (eben wie Thermik so funktioniert).

Die GoPro lief und lief, so dass ich einige wirklich tolle Aufnahmen (und ein klasse Video) von diesem tollen Flug habe, die mich immer wieder an die Gefühle beim Gliden erinnern.

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So habe ich einige herrliche Aufnahmen unserer Bucht, die Ihr im Hintergrund sehen könnt, aber auch diese Perspektive, die ganzen Häuser mal aus der Luft zu sehen, ist echt genial! Fast jedes Häuschen hat seinen Pool, die quietschblaue Flecken zwischen den Häusern bilden, es fällt erst Mal gar nicht so leicht, sich aus dieser ungewohnten Perspektive zu orientieren – aber es macht saumäßig Laune (und schult das Gehirn, eben auch in anderen Bereichen mal eine ungewöhnliche Perspektive zu erlauben!).

MEIN GELIEBTES MEER

Die meiner Ansicht nach geilste Aufnahme haben wir gemacht, als wir das Meer genau unter uns hatten. Göldi flog mit mir einen tollen Schlenker über die Bucht, bevor es langsam Zeit wurde, zur Landung anzusetzen.

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Auch wenn mein Flug lt. GoPro-Video ganze 11 Minuten gedauert hat (was an diesem Tag der längste Flug von Göldi’s Co-Piloten war), wirken die Eindrücke bis heute in mir nach.

Göldi, Du hast mich angefixt! 😀

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ZEITSPRUNG JANUAR 2017

In einer Taverne bei uns am Strand treffe ich Jesus, einen hiesigen Flieger. Er erzählt mir, dass er schon eine Ewigkeit fliegt und wenn ich das machen will, braucht es nicht viel.

Ich finde heraus, dass es hier in Spanien nicht nötig ist, einen Flugschein zu haben, geschweige denn eine Thermik-Ausbildung usw.

Weia, denk ich mir da so, wenn das die Kunden dieser selbsternannten Piloten wüssten!

Das Risiko, das bei einem Flug mitfliegt, lässt sich ganz sicher nicht durch Nicht-Kennen wichtiger Zusammenhänge reduzieren bzw. ausschließen! Für mich also klar: Wenn ich mich mit Paragliding beschäftige, dann nur mit Hand und Fuß bzw. Hirn und entsprechenden Ausbildungsmöglichkeiten.

FAZIT:

Guck/Fühl genau hin, in wessen Hände Du Dich begibst, doch wenn Du die Möglichkeit hast, mach es. Mach es und genieße es!

Für den einen ist es ein riesiger Schritt aus der Komfort-Zone heraus, für den nächsten „nur“ ein Perspektiv-Wechsel, für mich war es von Vielem etwas und besonders zu DEM Zeitpunkt eines der wichtigsten Erlebnisse, die mir persönlich von vielen Erlebnissen und Begegnungen im vergangenen Jahr, mit eine der bedeutendsten, bewegendsten Aktionen war.
Darum hier an dieser Stelle noch einmal:
Danke, Göldi!!!

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Geh Deinen Weg (Teil 13) – Deutschlands „Sommer“

Und weiter geht’s mit Geh Deinen Weg, wir sind schon bei Teil 13 (12: Almunecar, 11, Reg Salobrena).

„Komm im Sommer nach Deutschland, haben sie gesagt. Dann ist es schön, haben sie gesagt“ – Pustekuchen! Weiterlesen

1000 erste Male – Motorradtour

Wer wie ich im Sauerland aufwächst, kommt um Motorräder eigentlich gar nicht drum herum.
Zumindest ab 15 mit Mofa, Mokick und oft genug 80er hat bei uns jeder gestartet – und der Großteil ist an der Faszination Motorrad in Verbindung mit den herrlichen Kurvenstrecken bei uns auch hängen geblieben.
Nicht ich.
Ich hatte zwar auch meine Mofas und Mokicks, doch nach insgesamt 13 unverschuldeten Zweiradunfällen dachte ich mir so, dass wir zwei wohl nicht so klasse zusammen passen…
Es ging sogar so weit, dass ich Einladungen zum Motorradfahren abgelehnt habe mit der Begründung, dass der andere ein erhöhtes Risiko eingeht, sich mit mir zusammen auf die Schnauze zu legen. Nee, das konnte und wollte ich echt nicht verantworten.
Bin hin zur 1100er BMW mit Boxermotor habe ich unterschiedlich große Zweiräder unter‘m Hintern gehabt (naja, die zumindest als Sozia), doch auch hier wurde eine kurze Ausfahrt in die Stadt mit 3 Std. Uniklinik, Halskrause und (m)einem zu nahezu 80% in Verbänden verpacktem Körper gekrönt.
Pech gehabt? Okay, das würd ich jetzt für 1-4 Mal gelten lassen, aber gleich 13 Mal???
Dabei war die BMW mit Boxermotor schon immer mein absoluter Traum…

Tour ist nicht gleich Tour

Ist für Euch eine Fahrt in die Stadt, zur Eisdiele oder zum benachbarten Badesee schon eine Motorrad-Tour? Also in meinem Verständnis ist es das nicht.
Ziele, die ich innerhalb einer halben Stunde erreichen kann, haben mit einer Tour herzlich wenig gemeinsam.
So hat es mich selbst total verwundert, dass ich ohne mit der Wimper zu zucken „JA“ gesagt habe, als ich die Möglichkeit bekam, als Sozia auf einer 1200 BMW (ja klar, mit Boxermotor ) ein paar Tage in Garmisch zu verbringen – inkl. Anreise. Um es in Zahlen zu packen:
Vom Sauerland aus bis nach Garmisch hast Du schnell mal eben 680 km auf dem Tacho – ohne irgendwelche staubedingten Umwege.

Traumabewältigung deluxe

Manchmal frag ich mich echt, ob ich Weichei bin oder nicht. Auf der einen Seite heize ich im Bikepark den Freecross runter, und auf der anderen Seite lass ich mich durch Erlebnisse, die gut 25 Jahre her sind, den Spaß verderben.
Nee, hab ich mir gesagt. Das war dann und jetzt ist jetzt.
Also, bei mir ist das so, dass ich den Eindruck habe, mein Fühlen und Denken wird nochmals separat in meinem Kopf kommentiert. Wie oft hab ich mir schon gesagt, dass ich das nun wirklich nicht brauche, also hab ich die zwei „Stimmen“ Waldorf und Stadler genannt. In Anlehnung an die Muppetshow, die beiden greisen Alten oben auf der Balustrade, die dauernd am lästern sind.

Ich denk mir, dass das Eine, was ich erlebe, meine Sinne sind, und das andere mein Verstand, der bei allem nochmal als Co-Kommentator nochmal seinen Senf dazu gibt.
Dadurch, dass ich die Beiden personifiziert habe, kann ich ganz anders mit ihnen umgehen. Ich schicke sie schon seit über einem Jahr regelmäßig zum chillen in die Hängematte, wenn sie wieder gar zu sehr die Oberhand gewinnen wollen.
In der Psychologie würden sie vom „ich“ und „Über-ich“ sprechen, doch meiner Ansicht nach ist das Wichtigste in und an uns unser Selbst, verbunden durch unsere Herzgefühle und unsere Intuition.
Egal, wie bekloppt eine Entscheidung sich für Waldorf und Stadler angefühlt hat, ich habe in den vergangenen Jahren immer die Erfahrung gemacht, genau damit goldrichtig zu liegen!
Seitdem spreche ich häufiger mit den Zweien und schick sie zum Chillen. Schließlich haben sie jetzt über 40 Jahre lang mein Leben bestimmt und gesteuert – jetzt sind definitiv Herz und Intuition dran.
Und eines kann ich Euch sagen: Es wirkt, so mit ihnen zu reden und auch sie wegzuschicken. Ich lehne die Zwei ja nicht ab, sie haben (zumindest aus ihrem Verständnis heraus) ja auch lange Zeit nen tollen Job gemacht.
Doch jetzt passen sie erstens nicht ganz hier hin und zweitens haben sie sich nach all der Zeit echt ne Pause verdient. Das akzeptieren sie mittlerweile auch größtenteils ohne zu Murren.

– Bis es um‘s Thema Motorradfahren ging! Hallelujah, was haben die Beiden für einen Aufstand gemacht!!!

Die Stimmen in meinem Kopf

Alle meine Unfälle aus Teenie-Zeiten haben sie wieder hervor gekramt, die Krankenhausaufenthalte, als ich meine Beine nicht mehr bewegen konnte, die Schleudertraumatas, die Panik, wenn von der Seite ein Auto zu schnell an eine Kreuzung fährt – all das hab ich nochmals lang und breit von den Beiden präsentiert bekommen.
„Nö“, hab ich denen gesagt, „damals war damals und jetzt ist jetzt“. Ich spiele heute nach (und mit) anderen Spielregeln als 1980/90, und so sind die Gegebenheiten heute komplett anders. Chillt mal, Ihr Zwei, ich hab auf Euren erhobenen Zeigefinger keine Lust, der passt heuer einfach nicht!“
Waldorf hat ihn dennoch noch ein paar Mal kurz gehoben, aber die Klappe gehalten.
Heuer ist wirklich alles anders – und doch habe ich nach dem Aufsteigen auf‘s Motorrad gemerkt, dass es auch eine Riesen-Vertrauenschallenge ist ( für mich zumindest).

Aufreißer nicht gefragt

Was mich lange Zeit auch echt gebremst hat, Einladungen zum Biken anzunehmen, war die Mentalität eines Großteils der männlichen Spezies, partout damit beeindrucken zu wollen, welch toller Hecht derjenige auf seinem Bike ist.
Leutz, ich will Spaß haben beim Fahren, nicht Kopf und Kragen riskieren! Doch das ist lange Jahre beim sogenannten starken Geschlecht gar nicht angekommen.
Doch als Sozia bei Tom fiel es mir wirklich einigermaßen leicht – den Umständen entsprechend, dass Waldorf und Stadler doch Einiges an Vorarbeit geleistet haben.

Sauerland, Motorradland

So führte uns der erste Teil unserer Tour am schönen Sorpesee vorbei Richtung Attendorn, Hohe Bracht.
Kurven fahren? Uiuiui… seinerzeit war neben der 1100er BMW das Größte die Kreidler Florett meines Bruders, und der hat mich fürchterlich angeschissen, wenn ich in den Kurven nicht anständig mitgegangen bin.
Nun sagte Tom zu mir, ich sollte nicht so drücken. Hä? Drücken? Mach ich doch gar nicht…

1000 erste Male - Motorradtour
1000 erste Male – Motorradtour

Tja, größere Kisten, andere Handhabe – oder vielleicht konnte einfach mein Bruder nicht fahren? 😉
So hab ich die meiste Zeit unseres ersten Tourenabschnitts darauf verwandt, mich in meine Rolle als Sozia hinein zu finden.
Mit ganz viel Herzflattern hier und dort, auch wenn ich in mir drin dieses bekannt ruhige, intuitive Gefühl hatte, dass alles goldrichtig läuft…
Und doch guckten Waldorf und Stadler immer wieder aus ihrer Hängematte raus, die Angstimpulse bzw. der Herzklappenkolibri blieb mir zumindest am ersten Tag für weite Strecken erhalten.

Kurven im Siegerland

Wer schon mal zwischen Sauer- und Siegerland Motorrad gefahren ist, wird sich immer wieder an die herrlichen Kurvenstrecken erinnern.
So, wie wir hier bei uns mindestens 1000 unterschiedliche Regenbezeichnungen kennen (viel, wenig, Niesel, Fissel, Schütten, platschen, dauer, schauer, nasskalt, schwülwarm – nee, ich hör jetzt auf!), so gibt‘s auch die unterschiedlichsten Arten von Kurven.
Gerade die Hänge der Berge hinauf oder die Ufer der Flüsse und Seen entlang findest Du von langgestreckten 180°-Kurven über schwungvolle S-Kurven, Doppel-S-Kurven so ziemlich alles.
Für mich waren besonders am ersten Tag eine Menge Uiuiui-Kurven und aber auch oh-mein-Gott-Kurven dabei. Das sind für mich die, die um die 180° oder manchmal auch mehr haben – und schlimmstenfalls auch noch in eine S-Kurve übergingen.
Diese tiefe Schräglage erinnert mich immer ans Fliegen, wenn das Flugzeug schon kaum nach dem Start in eine scharfe Kurve ging. Dass das geht, ohne dass wir runter fallen, war mir noch nie geheuer!!!
Und genauso ging‘s mir am ersten Tourentag mit den Kurven.
Tempo? Fand ich nicht schlimm – meistens zumindest. Die Strecke bis zur Hohen Bracht war klasse zu fahren, auch wenn wir bei Temperaturen um 30 Grad ganz schön ins Schwitzen geraten sind.

Siegerlandtour
Siegerlandtour

Dort haben wir uns mit Goeldi getroffen, der nicht nur ein Freund von Tom ist, sondern dessen Blog ich auch schon eine ganze Weile folge (und kommentiere).
So passte es gut, dass er quasi auf der Strecke lag und wir die Tour zumindest in 2 Etappen fahren konnten.
Also trafen wir mit Goeldi an der Hohen Bracht zusammen, quatschten ne Runde und fuhren dann noch etwas Tour in der Region.
Mann, war das ein Unterschied! Goeldi fährt, als wenn es kein Morgen mehr geben würde – geschweige denn Straßenverkehrsvorschriften wie Überholverbote oder Geschwindigkeitsbeschränkungen.
Da kam also nochmal eine gewaltige Schippe oben drauf, auf die bis dahin doch eher gemäßigte Tour durchs Sauerland.
Da hab ich mich ganz ehrlich drüber gefreut, dass bei der Hitze auch die Jungs nicht soo unglaublich viel weiter fahren wollten, sondern der Durst auf ein Bier immer größer wurde.

Sauerländer und saures Bier

Wer von Euch denkt, die Bezeichnung Sauerland würde auch mit saurem Bier zusammen hängen, der hat sich gewaltig getäuscht.
Hier, im Eldorado bzw. Bermudadreieck von Krombacher, Warsteiner und Veltins kommen selten Weintrinker zur Welt, und eine der größten Sünden ist: Der „Bierfrevel“.
Verschütten bringt Dich mindestens in die Hölle – aber was ich noch nie, wirklich noch nie seit ich denken kann, erlebt habe, ist Bier, das abgelaufen und sauer geworden ist!!!
Dazu müsst Ihr wissen (falls Ihr ihm nicht eh auch schon folgt), dass Goeldi ein Sauerländer ist, den es ins Siegerland verschlagen hat.
Echt mal, ein echter, gebürtiger Sauerländer – und das Bier wird schlecht? Für mich war sowas vollkommen irreal, und doch war es hier harte, (an einem so heißen Tag sogar) brutale Realität:
Du kommst durstig bei 30 Grad von einer Motorrad-Tour, Dein Hintern tut Dir weh und Du freust Dich auf ein kaltes Bier – und dann das! Vor allem: Nö, es war nicht nur ein bisschen über dem Verfallsdatum, sondern round about an die zwei Jahre!
Goeldi, Goeldi, wo hast Du nur Deine Wurzeln vergessen? Im Omman, in Andalusien, Schweiz, Dänemark oder wo es Dich auch sonst auf der Welt schon hin verschlagen hat?
Ich werd auf jeden Fall für dich beten, denn die Hölle hast Du ganz sicher nicht verdient – wobei die ja schon auf das Verschütten von Bier steht, ich habe keinen blassen Schimmer, welche Todsünde es ist, Bier schlecht werden zu lassen… 😉
Auf zur großen Tour
Mein erster echter Tour-Tag endete also mit lecker Grillen und frischem Krombacher in spaßiger Runde beim Goeldi – doch so ein bisschen Magengrummeln hatte ich schon. Von 680 km bis Garmisch hatten wir gerade mal so um die 100 weg. Das war noch ne ganze wilde Ecke, und mir tat mein Po schon von der ersten Teiletappe weh! 🙂
Ganz ehrlich? Stundenlang auf der Autobahn bei rd. 30, Spitzentemperatur 35 Grad, hohen Geschwindigkeiten, die stellenweise dann wieder mit Stehen im Stau abgelöst wurden – ich hätte mir weniger Gedanken um das Tempo gemacht.
Ich hatte unterm Strich betrachtet literweise Schweiß in den Stiefeln stehen und umher sehen und die Landschaft genießen machst Du (bzw. ich) zumindest bei Tempo 170-220 nicht mehr.
Da war ich froh, wenn ich meinen Kopf einigermaßen gerade in Toms Windschatten halten konnte, so ungewohnt waren die Kräfte, die ich im Bereich Kopf/Nacken zu spüren bekam.
Doch mit staubedingten Umwegen, ein paar Tank- und Rauchpausen haben wir dann doch nach ca. 10 Stunden unser Ziel erreicht.
Ich denke, ich kann mich ganz glücklich schätzen, dass die Jungs nicht noch auf die Idee kamen, mich einer „Taufe“ zu unterziehen (*lach*)
Auf jeden Fall war ich anschließend stolz wie Oskar; Waldorf und Stadler haben es sich in der Hängematte echt gemütlich gemacht und mittlerweile verschwende ich auch keine Gedanken mehr an meine Unfallzeit vor über 20 Jahren.
Nur mein Popo braucht wohl doch etwas mehr Gewöhnungszeit… 😀 😀 😀

Hast Du auch ein erstes Mal auf dem Motorrad für mich? Dann hau es raus und ab in die Kommentare. Was es alles noch an „1000 erste Male“ gibt, dazu geht es immer wieder mal weiter.
Motorradlastig bleibt der nächste Eintrag: 1000 erste Male – über‘s Timmelsjoch nach Meran.
Freu Dich drauf!

1000 erste Male – Zungenpiercing

1000 erste Male – die Idee entstand um die Jahreswende 2015/16 denn: Seit ich im vergangenen Jahr nach Andalusien gegangen bin, habe ich sooo häufig gesagt, dass ich seitdem mehr erste Male erlebt habe, als in den vergangenen 26 Jahren zusammen.

Mittlerweile haben sich einige zusammen gesammelt, darum habe ich mich entschlossen, jetzt nun wirklich diese Erlebnisse in Blogposts zu packen. Wer weiß, vielleicht inspiriert es euch ja?

Piercingnewbie? Nee

Mein erstes Piercing war genau betrachtet das Durchstechen meiner Ohren – nur wurde es damals noch nicht so bezeichnet (kennen wir, gelle?) 🙂

Das nächste war mein Bauchnabelpiercing, nachdem ich meinen Sohn zur Welt gebracht hatte.

Ich hatte mir selbst versprochen, so ein Piercing zu machen, sobald ich meine alte Figur wieder hatte – und im Frühjahr 1996 war es dann soweit.

So richtig dolle kann ich mich daran gar nicht mehr erinnern – allerdings umso besser an die Zeit danach.

Ganz ehrlich: Mach kein Bauchnabelpiercing zu einer Jahreszeit, wo Du größtenteils warme, mehr oder weniger eng sitzende Klamotten an hast. Und schon gar nicht, wenn Du viel sitzt und hohe Hosenbunde trägst…

Ich hatte jedenfalls daraufhin gut ein ¾ Jahr wirklich „Spaß“ mit entzündetem Bauchfell und mehr. Würde ich heute ein Bauchnabelpiercing machen lassen, würde ich es im späten Frühsommer stechen lassen. Lockere Klamotten, viel Luft aber (noch) kein Chlorwasser aus Pools sind da schon recht gute Bedingungen, um sich so wenig Reibung wie möglich auszusetzen.

Solltest Du allerdings Motorradfahrer/in sein, ist das schon wieder so eine Sache. Meiner Ansicht nach reicht bloßes Abkleben nicht, um die Reibung bestmöglich zu verringern.

Zungenpiercing – eine Liga für sich

Ein Zungenpiercing hat mich bestimmt schon seit 15 Jahren gereizt. Mir gefällt das und ich finde es ganz am Rande auch hoch-erotisch. 😉

Doch Reportagen im TV mit Horrorstories über den Verlust der Geschmacksnerven usw. haben mich doch immer wieder davon abgehalten.

Doch seit letztem Jahr ist bei mir eh alles anders: Ich MACHE, was sich für mich gut und richtig anfühlt, egal welche Vernunftsgründe dagegen sprechen könnten.

Also habe ich mir einen Piercer meines Vertrauens ausgeguckt und bin ohne lange zu überlegen am nächsten Tag dorthin.

Wassereis und Dosensuppe – the day(s) after

Bei Protect Tattoo und Piercing in Meschede haben sie sich echt viel Zeit genommen, meine Fragen zu beantworten und mich über alles Mögliche aufzuklären – doch die Message, wie und was ich anschließend essen kann, ist von der einzelnen Person stark abhängig.

Ich hatte zum Durchstechen des Piercings die Wahl, die Zunge zuvor leicht betäuben zu lassen. Und ja, das fühlte sich für mich dann schon sehr stimmig an. So hatte ich dann nach wenigen Minuten einen tauben Waschlappen in der Schnute, was das Durchstechen deutlich angenehmer machte – sofern man davon sprechen kann. 😉

Direkt nach dem Piercing bekam ich ein Wassereis in die Hand gedrückt, was sich wirklich klasse anfühlte. Und jepp: Geschmack war auch alles da! Freu

Doch die Aussage „die Meisten können direkt danach wieder alles essen“ würde ich nicht so unterschreiben. Am Tag X des Stechens ging es ja noch, doch an den darauf folgenden Tagen hatte ich so etwas wie Muskelkater in der Zunge, was sich anfühlte, als ob ich echt Halsschmerzen hätte.
Klar, die Zunge wurde ja auch heraus gezogen, ich glaube, selbst als Kind habe ich meine Zunge noch nie so weit heraus gestreckt wie bei dieser Prozedur. 🙂

Vier Tage Flüssignahrung

Wollte ich ein Weichei sein? Nee, natürlich nicht! Also habe ich am nächsten Morgen direkt versucht, mein Vollkornbrot-Frühstück zu essen. Eine Scheißidee war das! 😀

Gerade Vollkornbrot, was sich so toll in seine Einzelteile auflöst, ließ sich total beschissen in die Backenseiten schieben – und damit wirst du in den ersten Tagen echt am Meisten Probleme haben. Selbst Trinken war in diesen Tagen echt grenzwertig, ging aber gerade so noch.
Da zu Beginn das Piercingstäbchen recht lang gelassen wird (weil nicht abgeschätzt werden kann, wie groß die Schwellung bei Dir sein wird), ist es einfach immer, aber wirklich IMMER im Weg!

Zungenpiercing
1000 erste Male – Zungenpiercing

Ich hatte Schiß, statt auf etwas Brot auf mein Piercing zu beißen – keine Ahnung, wie realistisch diese Angst war, aber sie hat auf jeden Fall dafür gesorgt, dass ich mich direkt mit allen möglichen Formen von Flüssignahrung eingedeckt habe.
Trinkjoghurt, Joghurt, Quark, Dosensuppen OHNE feste Bestandteile – jepp, das waren meine Nahrungsmittel in der ersten Woche danach.

Dazu habe ich brav nach Vorgabe von Protect Tattoo und Piercing täglich ca. 5 Mal mit einer Mundspül-Lösung gegurgelt. Echt Leute, das ist bzw. war jedes Mal eine wahre Wohltat!!!

Stäbchen kürzen ist schön!

Fast eine Woche nach dem Stechen habe ich angefangen, wieder halbwegs Festes zu essen: Scheiben von Brie. Und Kartoffelsuppe, die mag ich eh ganz gerne. Aber an Festeres wollte ich echt noch nicht heran.

Doch nach einer Woche bin ich dann zum Nach-Check und Kürzen gegangen – ha! 😀

Ich sag‘s Euch, das ist ein vollkommen neues Lebensgefühl! LOL

Ich konnte meine Zunge wieder viel freier im Mundraum bewegen und hab sogar am gleichen Abend noch gaaanz vorsichtig was Gegrilltes gegessen! Also, ich weiß ja nicht, wie Ihr so tickt, aber wenn ich ne Woche lang nix Festes zwischen die Zähne bekomme, krieg ich echt eine mittlere Krise! 😉

Seitdem ist eine weitere Woche vergangen und mir geht‘s richtig gut. Null Komplikationen und sogar küssen kann ich wieder normal. (hehehe)

Wie sich das wiederum für meinen „Sparringspartner“ anfühlt, das fragt ihr ihn besser selbst… 😉

Wie sieht es bei Dir aus, hast Du auch Piercing-Erfahrung? Oder Fragen dazu?
Auf jeden Fall ist es nicht nur ein Punkt auf meiner bucketlist, sondern für mich persönlich definitiv in der Rubrik „1000 erste Male“.

Es bleibt weiter spannend; falls Du diese Serie nicht verpassen möchtest, abonniere doch meinen Blog. So kannst Du dich ebenfalls durch meine „Geh Deinen Weg“ Serie über meinen Weg zurück zu mir, mehr Authentizität und alternativen Lebensformen mitverfolgen – inklusive aller damit verbundener Pleiten, Pech und Pannen – aber auch jede Menge Vertrauen ins Leben, unglaubliche Synchronizitäten und Entfaltung meiner Intuition, wie ich es nie zuvor erlebt habe.
Falls Du magst, kannst Du HIER schon einmal einen Blick hinein werfen.

Viva la vida! 24/7

Sabine