1000 erste Male – Paragliding

Und wieder gibt’s einen „1000 erste Male Blogpost“, der mir diesmal besonders viel Freude macht, denn „in die Luft zu gehen“ steht schon seit einer gefühlten Ewigkeit auf meiner Bucket-List! 🙂

Neulich war’s endlich soweit; wie ich es empfunden habe, kannst Du hier nachlesen…

GÖLDIS GOLDENES HÄNDCHEN

Würde ich mit jedem fliegen? Hm, spontan beantwortet: Nein. Doch was Göldi betrifft, verfolge ich schon seit geraumer Zeit seinen Blog (www.goeldiontour.de) und habe ihn im Sommer auch persönlich kennen gelernt.
Dieser Mensch gefällt mir mit seiner Authentizität, seinem Nicht-Verbiegen, aber auch seiner Einfühlsamkeit, was seine „Mitflieger“ betrifft, einfach total!

Offene, klare Worte finden sich bei ihm ebenso, wie – zumindest ich – sein Gespür für den Gefühlszustand seiner Mitflieger.

Davon abgesehen ist er ein sehr guter Freund meines Cariños, so dass es sich gestern einfach anbot, meinen Wunsch zu fliegen in die Tat umzusetzen.

PUSTEKUCHEN, NIX WIND

Okay, geplant war nun also eines nachmittags Ende Dezember ein Flug quer über Almuñecar, Velilla und Playa Cabria, doch die Thermik machte den Flügen schon ab Mittag einen Strich durch die Rechnung.

Auch hier unten in der Bucht, von wo aus ich die Paraglider sehen konnte, war zu erkennen: Die kommen alle viel schneller runter als sonst. Klare Kiste: Die Thermik spielt nicht mit…

So kam Göldi zu mir und schilderte die Lage: Entweder wir fahren hoch, warten und schauen, ob’s für’s Starten langt (jepp, dafür hat er das nötige Feingefühl und erst recht die nötige Erfahrung), auch mit dem Wissen, dass der Flug dann nicht ewig lang wird. Oder wir verschieben es auf einen anderen Tag mit besserer Thermik.

HERZENTSCHEIDUNG – GO(Ö)LDRICHTIG

Viele, die meinen Blog verfolgen, wissen bereits, dass ich in vielen Bereichen sehr intuitiv in die Herzentscheidung gehe. Das habe ich in diesem Moment dann auch gemacht, obwohl Göldi, so wie er mir später sagte, es hier unten vom Boden aus betrachtet als nicht mehr umsetzbar eingeschätzt hätte. Aber man weiß eben nie, wie viel Wind dort oben ist, wenn man sich im Tal bewegt.

Meine Intuition sagte „go“ und so fuhren wir zum Startplatz hoch.
Ein weiterer Gleitschirmflieger war dort auch schon kurz vor dem Start, die Windhosen waren in Bewegung – da sollte also noch was gehen!

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„DA NICHT DRAN ZIEHEN“ – EINWEISUNG

Während Göldi mich ins „Gurtzeug“ steigen ließ und die Verschlüsse schloss, kamen die ersten wichtigen Einweisungen.

„Die (jeweils) 3Verschlüsse an den Oberschenkeln, da lass die Finger von – die sind Deine Lebensversicherung“. Okay, kann ich mir merken.

„Ich starte entweder neben oder hinter Dir, bring Luft in den Schirm und wir rennen, bis ich Dir sage, dass Du aufhören kannst.“ Auch okay – aber warte mal, rennen? Wie schnell, so richtig doll?
Doch dann erinnerte ich mich, dass er zuvor Jörg mitgenommen hat, und der ist mit Knie und Hüfte etwas gehandicapped. Das sollte sich also machen lassen.

NERVÖS? KEIN BISSCHEN…

Kurz vor dem Start warf Göldi die GoPro an, weil ich mir ein Video vom Flug gewünscht habe.

Hm…da stand ich mal kurz wie Falschgeld rum; schon festgegurtet und mit Göldi per starker Karabiner verbunden, aber natürlich kannte ich die Abläufe nicht.

Doch das dauerte nur einen kurzen Moment; dann entschloss sich Göldi, den Schirm schon in die Luft zu bringen und stand hinter mir.

Wie er mir erklärt hatte, habe ich meine Arme dann rechts und links durch das „Gurt-Triangel“ geschoben.

Und dann standen wir und warteten. Und warteten. Warteten. Es war wie verhext, gerade in dem Moment rührte sich kaum ein Lüftchen!

Doch dann kam eine leichte Brise auf, dann noch etwas mehr – und auf einmal rief Göldi: „Lauf, lauf, lauf!“

Wir rannten los, doch bei seinem dritten „lauf“ waren meine Füße schon in der Luft – und kurz darauf wir beide, sanft getragen von dem riesigen Schirm!

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Boah, wie geil war das!!!
Also, ich hab ja schon viel abgeseilt, beim Klettern und auch beim Canyoning, aber immer, wenn ich den Abseilpunkt zu meinen Füßen hatte, fühlte ich mich gar nicht wohl! Da brauchte ich echt Überwindung. Normalerweise hängst Du erst im Seil, bevor Du über den Rand steigst, aber wenn der Punkt zu Deinen Füßen liegt, musst Du quasi schon los, bevor Du dieses Gefühl von Sicherheit hast.

Das war beim Gleitschirm-fliegen gaaanz anders!!!

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Schon beim Laufen habe ich die enorme Kraft von oben gespürt; dieses „Getragen-werden“ von der Luft, die uns umgibt (ich schätze, Göldi wird über meiner Beschreibung die Hände über’m Kopf zusammen schlagen 😉 ).

Ein Gefühl, dass ich stündlich, täglich genießen möchte!

Und dann rückst Du Dich in dem Sitz zurecht, ziehst die hochgerutschte Jacke wieder runter und machst das Einzige, was Du da oben machen kannst – am Besten machen kannst:

G E N I E S S E N !!!!

Und WAS es dort oben alles zu genießen gibt!

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AUSSICHTEN, ANSICHTEN, SINNE ERLEBEN

Bevor wir geflogen sind, habe ich mich mit Göldis Freundin kurz geschlossen. Was sollte ich sinnvoller Weise anziehen? Ihr Tipp: Feste Schuhe, knöchelhohe Socken, Windbreaker.
Check, hatte ich alles.

Doch ich war echt überrascht, wie mild die Luft dort oben war! Ich fand sie angenehmer als am Boden, und ich vermute, dass auch das mit der Thermik zu tun hat (eben wie Thermik so funktioniert).

Die GoPro lief und lief, so dass ich einige wirklich tolle Aufnahmen (und ein klasse Video) von diesem tollen Flug habe, die mich immer wieder an die Gefühle beim Gliden erinnern.

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So habe ich einige herrliche Aufnahmen unserer Bucht, die Ihr im Hintergrund sehen könnt, aber auch diese Perspektive, die ganzen Häuser mal aus der Luft zu sehen, ist echt genial! Fast jedes Häuschen hat seinen Pool, die quietschblaue Flecken zwischen den Häusern bilden, es fällt erst Mal gar nicht so leicht, sich aus dieser ungewohnten Perspektive zu orientieren – aber es macht saumäßig Laune (und schult das Gehirn, eben auch in anderen Bereichen mal eine ungewöhnliche Perspektive zu erlauben!).

MEIN GELIEBTES MEER

Die meiner Ansicht nach geilste Aufnahme haben wir gemacht, als wir das Meer genau unter uns hatten. Göldi flog mit mir einen tollen Schlenker über die Bucht, bevor es langsam Zeit wurde, zur Landung anzusetzen.

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Auch wenn mein Flug lt. GoPro-Video ganze 11 Minuten gedauert hat (was an diesem Tag der längste Flug von Göldi’s Co-Piloten war), wirken die Eindrücke bis heute in mir nach.

Göldi, Du hast mich angefixt! 😀

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ZEITSPRUNG JANUAR 2017

In einer Taverne bei uns am Strand treffe ich Jesus, einen hiesigen Flieger. Er erzählt mir, dass er schon eine Ewigkeit fliegt und wenn ich das machen will, braucht es nicht viel.

Ich finde heraus, dass es hier in Spanien nicht nötig ist, einen Flugschein zu haben, geschweige denn eine Thermik-Ausbildung usw.

Weia, denk ich mir da so, wenn das die Kunden dieser selbsternannten Piloten wüssten!

Das Risiko, das bei einem Flug mitfliegt, lässt sich ganz sicher nicht durch Nicht-Kennen wichtiger Zusammenhänge reduzieren bzw. ausschließen! Für mich also klar: Wenn ich mich mit Paragliding beschäftige, dann nur mit Hand und Fuß bzw. Hirn und entsprechenden Ausbildungsmöglichkeiten.

FAZIT:

Guck/Fühl genau hin, in wessen Hände Du Dich begibst, doch wenn Du die Möglichkeit hast, mach es. Mach es und genieße es!

Für den einen ist es ein riesiger Schritt aus der Komfort-Zone heraus, für den nächsten „nur“ ein Perspektiv-Wechsel, für mich war es von Vielem etwas und besonders zu DEM Zeitpunkt eines der wichtigsten Erlebnisse, die mir persönlich von vielen Erlebnissen und Begegnungen im vergangenen Jahr, mit eine der bedeutendsten, bewegendsten Aktionen war.
Darum hier an dieser Stelle noch einmal:
Danke, Göldi!!!

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