Herbstblues Andaluz

Diesen Artikel habe ich eigentlich schon im Oktober geschrieben, doch jetzt ist er gerade richtig aktuell: Wir haben es gerade mal 17 Grad „warm“ und gerade ein paar Regentage hinter uns…

Gehört dieser Post zu Geh Deinen Weg? Wäre dann ja Teil 14 – aber eigentlich/uneigentlich passt es sowohl nach Deutschland ebenso wie hier hin. Nur die Zeichen sind eben etwas anders…

    1. Drinnen duschen

Ja, das sieht bei uns in Andalusien etwas anders aus, als im kalt-grauen Sauerland: Wir duschen vom Frühjahr an draußen. Wozu das Badezimmer „einsauen“, wenn eine Aussendusche vorhanden ist und Dich die Sonne schöner trocknet, als es das weichste Badetuch könnte?

Und genau heute habe ich das erste Mal drinnen geduscht. – Das absolute Einläuten vom Herbst in südlichen Gefilden wie diesen.

    1. Pooltime vorbei

Schon länger zuvor ist – zumindest für mich persönlich – die Poolzeit vorbei. Unter 24 Grad geh ich da nicht mehr rein – und hier heizt eben so gut wie niemand sein Schwimmbecken. Eine Ausnahme habe ich vergangenen Monat für meinen Neffen bei 22 Grad Wassertemperatur gemacht, doch ansonsten muss ich das echt nicht mehr haben.

    1. Öffnungszeiten werden kürzer

Klar, die Hauptsaison ist eh ‚rum, doch jetzt kann man wöchentlich zugucken, wie immer mehr Bars, aber auch Einkaufsgeschäfte in die Winterpause gehen.

Oder aber ihre Öffnungs- und Küchenzeiten deutlich zusammen streichen.

In meiner Lieblingskneipe konnte ich im Sommer um 10 aufschlagen und nachts um 1 wieder gehen – nee, hab ich nicht gemacht. 😉

Mittlerweile macht er um 12 auf und um 16-17 Uhr dicht, auch wenn Ausnahmen für Freunde wie uns schon mal die Regel brechen. 😉

    1. Obstspaziergänge

Die kennt man hier oder da auch in Deutschland: Äpfel während des Spaziergangs vom Baum pflücken. Nur: Hier sind es Orangen, Chirimoyas, Feigen uvm.

Das war besonders für meinen 6-jährigen Neffen spannend, der die Früchte sonst nur aus deutschen Supermärkten kennt. Die Fülle des Herbsts ist hier wundervoll zu erleben, und auch Strand und Meer zeigen jeden Tag ein anderes Gesicht.

    1. Herbstnebel

Wie es ganz früh morgens ist, kann ich noch nicht mal sagen – ich schlaf gern etwas länger… LOL 😛

Aber: Häufiger zieht nicht nur der Himmel voll Wolken, sondern sie kommen auch über’s Meer zu uns herüber.

    1. Hosen werden länger

Das kennt man auch aus Deutschland: Die Hosen werden länger, die Schuhe geschlossener und die Socken werden auch wieder heraus gekramt. Nur: Hier habe ich den Luxus, auf ebensolche schon seit Mai durchgehend verzichten zu können.

    1. Schokoladen-Hamsterkäufe

Daran hab ich’s eigentlich als Erstes gemerkt: Ich fing wieder an, Schokolade zu kaufen. Das war schon in Deutschland so: Näherte sich der Sommer dem Ende, bekam ich meinen herbstlichen Schoko-Jieker, der sich dann auch bis ins nächste Frühjahr durchzog.

Jetzt ist es in Spanien nicht viel anders: Es ist wieder nötig, Klamotten anzuziehen, nachts die Bettdecke hochzuziehen, Hunderunden kann ich schon am Nachmittag machen, dafür ist um 18.30h schon die Sonne weg.

Schon?

Jo, für jemanden, der hier lebt…

Fazit: Der Herbst hat sowohl schöne als auch weniger schöne Seiten, nur bis ich meine Deutschland-bedingte Herbstdepression abgestellt habe („Ey, hier ist es gerade 20 Grad und Du hast Herbstdepri, fühl mal um!“), wird es wohl noch etwas dauern.

Denn:
Ich freu mich auf Motorrad-fahren, auf Arbeiten hier rund um’s Haus, die in der Sommerhitze liegen bleiben mussten, auf kuschelige Abende vor dem Kamin mit meinem Schatz und tolle Musikabende in der Stadt. Auf Freunde, die uns besuchen kommen, weil wir’s hier noch „so schön warm“ haben.

Willkommen, Herbst! Komm, lass uns zusammen was draus machen!

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