1 Jahr Tramp – Einblicke, Aussichten, Rückblicke

Beim Aufräumen meines Laptops bin ich gerade auf meine Bilder von November 2015 gestoßen, meine erste Zeit in Andalusien.
Da werden so viele Erinnerungen wach, dass ich mich zu einem „kleinen“ Rück- und Ausblick hinsetze. In erster Linie hat er viel mit meinem Mindset zu tun, was sich kontinuierlich entwickelt hat. Möglicherweise ist bei meinen Gedankengängen ja auch etwas für Dich dabei?

12.11.2015 – (m)ein magisches Datum

Eigentlich fing alles ja schon so viel eher an. (Nachzulesen schon im Blogartikel „Auch im Paradies gibt’s Fliegen“)
Aus meiner Heimatregion Sauerland wollte ich schon als Teenager weg, später dann auch in irgendein Französisch-sprachiges Land. Doch als ich nach meinem ersten Jahr Selbständigkeit immer noch im Sauerland saß, hab ich mit mir mal Tacheles geredet.
Warum um alles in der Welt war ich immer noch hier???
Die Antwort guckte mich aus jedem Schrank und noch viel mehr aus meinem Keller heraus vorwurfsvoll an:
Ich hatte Zeugs ohne Ende. Noch nicht mal gesammelt, aber viele Interessen führen oft auch zu vielen unterschiedlichen (Sport-)Garderoben und Equipments.
Dazu wollte ich die Sachen meines Juniors immer mal bei ebay einstellen.
Der war mittlerweile 21 – und ich hatte noch Jeans in Größe 134 im Keller…
Okay, nach einer Runde Schämen bin ich mit mir selbst ins Gebet gegangen:
Kann ja wohl nicht wahr sein, dass das ernsthaft der Hauptgrund ist, warum ich immer noch da war?
So fasste ich im Sommer meinen Entschluss: Jetzt wird Entrümpelt, Rausverkauft, Weggegeben, was das Zeug hält und dann geht’s los!

1. Challenge: Extreme-Downsizing

Und da waren sie wieder, meine 3 Probleme: Wenig Zeit Dank Ganztags-Job( naja, Selbständigkeit deckt sich nicht zwingend mit effizientem Arbeiten), Hund und Familie, dafür Haufenweise Klamotten, Möbel und Co., die bei  ebay und anderen Verkaufsportalen eingestellt werden wollten – doch weil die alle mindestens einmal schon beim Einstellen abgestürzt waren, soviel Lust wie das bekannt-beliebte Schwein zum  Tanzen hat (wobei ich mich tatsächlich frage, ob Schweine nicht gern tanzen würden, wenn sie die  Möglichkeit dazu bekämen…).

Als Erstes bemühte ich mich darum, Leute zu finden, die eh schon bei ebay Sachen einstellten. Lieber wollte ich die ganze Mühe gegen prozentuale Gewinnbeteiligung abgeben, als alles selbst zu machen.
Doch die „lieben Leutchen“ waren noch unzuverlässiger als die hiesigen Spanier, also suchte ich nach weiteren Möglichkeiten.

Meine nächste Idee war es, diese Tätigkeit als eine Art „Wohnen gegen Hand“ abzugeben. Schließlich hatte ich ein Zimmer in meiner Wohnung frei.
Doch derjenige, der sich darauf meldete, hatte weder vom Einstellen noch Fotografieren auch nur ansatzweise Ahnung – so dass ich alles nacharbeiten musste – also wieder eine Null-Nummer.
Also hab ich in den sauren Apfel gebissen und die Verkaufstexte inkl. Einstellen doch selbst gemacht.

Flüchtlingshilfe – eine gute Tat für beide Seiten

Doch irgendwie wollte die Menge an Sachen gar nicht recht weniger werden, im Keller wie in meiner Wohnung türmten sich immer noch ewig viele Sachen.
Zum Glück gab es den Aufruf der Flüchtlingshilfe, ob man nicht Sachen abzugeben hatte.
Nach einer schnellen Durchsicht und einem entsprechenden Anruf, habe ich den fleißigen Helfern mit Spielzeug, Klamotten und Musikinstrumenten dann „mal eben“ ihren Sharan komplett voll gemacht – zur beiderseitigen Freude.

Irgendwann Anfang/Mitte Oktober war zumindest ansatzweise Land in Sicht – und ich hatte großartigste Hilfe von Thomas B., den ich in der Gruppe 2020 – die neue Erde kennen gelernt hatte.
Sein Vorteil: Er arbeitete für eine Abriss- und Entsorgungsfirma, so dass wir den Keller gemeinsam nach guten Sachen und Entsorgungswürdigen durch sortieren konnten und er die zum Entsorgen mitgenommen hat.
Das machte zu Zweit eh noch mehr Spaß als alleine, und so kasperten wir auch ziemlich dabei herum.

Marc’o Polo – ungeahnte Möglichkeiten

Er war auch derjenige, der mich auf den Autoverkauf eines Bekannten aufmerksam machte: Ein 22 Jahre alter, super erhaltener Polo für kleines Geld, bei dem lediglich die Kupplung neu gemacht werden musste.
Der passte nicht nur ins Budget, Thomas bot mir auch an, den Wagen mit einem gemeinsamen Bekannten zu reparieren. Klar habe ich sein Angebot gerne angenommen! (Mega-Danke an dieser Stelle nochmal an Thomas und Axel!)

Flowmobil SOUL 144
Flowmobil SOUL 144

Wohnen gegen Hand – Auswandern auf die andere Art

Auch durch Facebook war ich in der Gruppe „Wohnen gegen Hand“ und „Urlaub gegen Hand“ aktiv.
Ich dachte mir: Es gibt so viele kleine Hotelbetriebe in Spanien, Yoga-Fincas, Wellness-Oasen und weiß-der-Deubel-was alles, die sich vernünftiges Marketing oder Suchmaschinenoptimierung usw. nicht bzw. kaum leisten können.
Ich wiederum wollte nicht mehr im einsamen Kämmerlein sitzen; mich allein zu verpflegen machte schon lange keinen Spaß mehr und Ortsveränderung war eh überfällig.

Also bot ich dort mein etwas anderes Angebot für „Wohnen gegen Hand“ an, was auch auf regen Zuspruch stieß.
So hatte ich nach wenigen Tagen folgende Optionen:

  • Pferdefinca in Südandalusien
  • Yogafinca nahe Nerja/ Andalusien
  • Finca in Portugal
  • Yogahaus auf Mallorca
  • Pferdefarm in Südschweden
  • Ferienanlage am Balaton
  • Berg-Gehöft in der Schweiz

Rundreisepläne entstehen langsam

So baute sich in meinem Kopf nach diversen Gesprächen mit den Beteiligten so langsam folgende Route auf:

Winter in Südandalusien
Finca in Portugal zum Frühjahr
spätes Frühjahr/Mandelblüte auf Mallorca
Sommer in Südschweden und Schweiz
Herbst am Balaton
dann mal weiter sehen oder gucken, wo es mir am Besten gefallen hat…

Das erste Jahr wäre auf diese Weise auf jeden Fall schon einmal gut aufgeteilt im gesamten Europa verteilt, was gerade auch für die 183-Tage-Steuer-Regel interessant war. (Gut nachzulesen auf www.staatenlos.de)

Als Stichtag bzw. Monat hatte ich mir also den Oktober gesetzt – der konnte im Sauerland superschön aber auch ganz schön ätzend sein.
Doch der Polo wurde und wurde nicht fertig, mein Keller bzw. die Entsorgungs-/ Entrümpelungs-arbeiten irgendwie nicht weniger – doch die vielen Gespräche via. Skype, Facebook und Mail mit der Pferdefinca in Südandalusien machten es immer dringlicher, dass ich langsam aber sicher Nägel mit Köpfen machte.

So erlebte ich meine letzten eklig-grau-kalt-nassen Tage im Oktober, verfluchte meine klammen Hände und hatte Südandalusien vor der Nase wie der Esel die berühmte Karotte.

Ende Oktober hab ich dann entschieden: Wenn der Wagen einfach nicht rechtzeitig fertig ist, lass ich den Jungs eben Zeit bis Weihnachten.
Dann wollte ich eh mit dem Flieger heim kommen und nochmal Xmas mit der Familie feiern – warum also nicht gleich für die noch übrigen 6 -7 Wochen den Flieger nehmen? Soviel Zeit hatten die Mädels von der Pferdefinca und ich eh miteinander veranschlagt.

Gesagt, getan, die Mädels informiert, Flüge gecheckt und gebucht: Der 12.11. stand nun endgültig fest!

Doch ich will mich hier ja nicht in der eigentlichen Geschichte verlieren – die könnt Ihr schließlich hier auf dem Blog als „Geh Deinen Weg“-Story nachlesen.

Hier möchte ich Gedankengänge, Gefühle, Synchronizitäten und Ähnliches, was ich aus diesem Jahr mitgenommen habe, rüber bringen.

Also fangen wir doch mal Folgendermaßen an:

Meine Überzeugung, dass die Möglichkeit auf eine bessere Welt mit angenehmerem Miteinander an uns allen selbst (und wie wir untereinander miteinander umgehen) liegt, hat mich zu dem eBook „2020- die neue Erde“ und in die gleichnamige Gruppe geführt.

Die ist der eigentliche Auslöser dafür, dass Spanien überhaupt interessant für mich wurde. Schließlich gab und gibt es hier ganze Dörfer für kleines Geld zu verkaufen, in denen man alternative Lebensformen mit Permakultur, autarker Energie usw. ins Leben rufen könnte – was aber bedingen würde, gut Spanisch zu beherrschen. So könnte man anständig mit den Verantwortlichen verhandeln – und genau da sah ich mich mitmischen.

Dank dieser Gruppe lernte ich eben auch Thomas kennen, ohne den ich weder meine Spirit (damaliger „Arbeitstitel bzw. -Name“ Marc’o Polo) noch diese tollen Hilfemöglichkeiten gehabt hätte.

Die „Wohnen gegen Hand“-Gruppen zeigten mir die Möglichkeit, auf eine Weise meinen Auswander-Wunsch umsetzen zu können, ohne komplett auf alle Sicherheiten verzichten zu müssen (dazu später mehr, denn dieser Gedanke ist so ziemlich das Falscheste meines ganzen Trips).

Meiner Ansicht nach ist es deutlich leichter, in einer komplett anderen Kultur sich auf die Spuren seines – wie ich es nenne- „authentischsten Selbst“ zu machen, als in dem Kulturkreis, der einen bisher mit all den Regeln und Konditionierungen eingeschränkt hat. (Was sich zumindest bisher für mich als richtig erwiesen hat).

Sicherheit(en) gibt es keine -aber Synchronizitäten, Vertrauen ins Leben und Dich selbst – inkl. Erfahren, dass alles was ist in Resonanz zu Deinem eigenen Energielevel geht – und das basiert darauf, ob Du z.B. das Leben liebst oder fürchtest.
Wobei ich hierzu sagen möchte:

Fürchten kann ich nur Zukünftiges; lebe ich tatsächlich im Moment, gehört die Furcht nicht zu den verfügbaren Emotionen.
Ich habe gelernt: Trauer gehört zur Vergangenheit und zu Verlustgefühlen, Furcht zu Zukunftsängsten und Mangel an Vertrauen (ins Leben und sich-selbst).

Welche Überzeugungen haben sich bewahrheitet, was ist neu, hat sich im Laufe meiner Reise verändert oder wächst gerade?

Platt gesagt: No risk, no fun ist eines davon 😉
Dazu – wie ich schon häufiger in meinem Blog geschrieben habe, ist nicht nur der Flow, sondern auch Vertrauen ins Leben und mich selbst einer der wichtigsten Aspekte meiner bisherigen Reise.

Ganz wichtig ist seitdem, meiner Intuition zu folgen. Dazu schicke ich meinen Verstand aka Waldorf und Stadler (in anderen Blogartikeln von mir nachzulesen) zum Chillen in die Hängematte und höre entgegen meiner Vernunft auf mein Herz. 🙂

Sich selbst bedingungslos zu lieben, seinen „negativen“ oder dunklen Seiten nicht nur zu begegnen, sondern sie auch anzunehmen, gehört zu den wichtigsten Punkten.
So kann ich nicht nur anderen entsprechend offen, vertrauensvoll und mit liebendem Herzen begegnen, ich ziehe dadurch auch verstärkt genau die Situationen und Personen in mein Leben, die zu meinem (dadurch bedingten) Energielevel, Denken und Fühlen passen!

Achtung! Das funktioniert anders herum genauso!!!
Bin ich negativ eingestellt, ängstlich usw., hat auch das dieselbe magnetische Wirkung.

Resümee: Mein Leben, meine Regeln, meine Entscheidungen – mein Schicksal!

Unter’m Strich kann ich nach diesem ersten Jahr sagen: Jeder IST seines eigenen Glückes Schmied!
Diejenigen, die in unser Leben treten – sei es als Weg-begleitende Freunde oder große Liebe – passen zu diesen Zeiten exakt zu unserem inneren Denken und Fühlen.

Was mir seitdem sehr präsent ist: Ich wurde gefragt, wie es denn wäre, so vollkommen ohne Zuhause zu sein.
Doch für mich fühlt es sich ganz anders an: Ich war nie mehr zuhause als seitdem! Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass „nach Hause kommen“ eher ein „bei sich/in sich selbst ankommen“ bedeutet, als ein (von der Möbel- und Bauindustrie beworbenes) „Zuhause-Gefühl“, dass sich an Orten, Möbeln oder anderen Einrichtungsgegenständen festmachen lässt.

Mich von Möbeln und Orten zu lösen, war mit eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe!
Mehr auf meine Intuition zu hören, ebenfalls.
„Waldorf und Stadler“ in die Hängematte zu schicken genauso.
Mir selbst ehrlich zu begegnen und mich authentischer zu leben, hat u.a. zu tollen neuen Freunden aus unterschiedlichsten Ländern geführt, einem gänzlich anderen Kontakt zu meiner Familie und vor allem dazu, der Liebe meines Lebens zu begegnen <3.

Schluss-Satz:
Vergiss nie: Die Energie folgt der Aufmerksamkeit ebenso, wie sie Gleichgesinnte(s) anzieht.

Hasta luego!

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