Geh Deinen Weg (Teil 12) – let there be love

Geh Deinen Weg (Teil 12) – hier geht’s jetzt weiter, sowohl inhaltlich als auch örtlich.
Von Salobrena 18 km weiter Richtung Almunecar, wo auch die ganzen Musikevents schon im Frühjahr statt fanden.
Doch am Ende von Geh Deinen Weg (Teil 11) war ich noch bei Andrea und Miguel – und genau hier sollte sich mein Leben um 180° drehen…

Geburtstage – für wen oder was?

Ich weiß gar nicht, warum ich es vorher von Andrea nicht erfahren habe, doch an diesem besagten Sonntag im Mai hatte sie Geburtstag. Okay, es lagen diese leckeren Churillos auf dem Frühstückstisch, die ich seit meiner Zeit mit Herbie in Tarifa nicht mehr gegessen hatte.
Naja, und sie spannte mich dafür ein, aus Eihälften, Radieschensheiben,Kaviar und Petersilienstielen Mäuschen zu basteln – übrigens ein Job für jemanden, der Vater und Mutter erschlagen hat (meine leben noch!!! Hörste, Andrea???), und doch hatte ich ewig nichts davon mitbekommen.
Bis sie meinte, wir müssten uns langsam sputen, in einer halben Stunde kämen die Gäste.
„Klärst Du mich bitte mal auf!???“
Das tat sie dann auch; also haben wir noch etwas mehr Gas gegeben.

Gäste, die man gerne sieht

Wenig später ging dann die Türklingel, und sie erklärte mir, dass sie noch ein paar in Almunecar lebende Deutsche eingeladen hatte.
Ich stand da, ungeduscht in 3 Tage alten Klamotten, nur von der Sonne geküsst mit bekleckerten Händen – und dann kam ER:

„Hi, ich bin Tom“.
Eigentlich hab ich an den konkreten Moment kaum noch Erinnerungen, da lief so viel in mir drin ab.
Also eines kann ich Euch sagen: Dass in ein paar Millisekunden Dein Inneres sich komplett verdrehen kann, dass in Bruchteilen eines Augenblicks Deine Intuition ALLES weiss, was für sie wichtig ist, stimmt auf jeden Fall! 🙂
Mit Tom zusammen kam Gerd, ein total lieber Kerl aus Hamburg in gesetzterem Alter, aber witzig und spritzig – außerdem mag ich die Hamburger Schnauze total gern hören!
Aber Tom?
Meine Güte, wenn er mich angeguckt hat, konnte ich nicht mehr klar denken. Diese Augen, Lippen, die ich stundenlang küssen könnte, ein Lächeln im Blick – okay, Sabi, Dich hat’s erwischt – aber sowas von!!! 🙂

Wer (nicht) suchet, der findet

Fragt Ihr Euch ernsthaft, neben wem ich den Rest des Tages gesessen habe? 😉
Tolle Gespräche mit Tom und Gerd, dem Hamburger, und iiiiirgendwann später ging es zusammen in unsere Lieblingskneipe zur „open mic night“ wo coole Musiker gemeinsam aber eben jammig die Bühne rocken.
Vielleicht erinnert ihr Euch: Ich war immer noch ungeduscht, eigentlich nicht wirklich frisiert, geschweige denn „angehübscht“. 🙂
Doch das spielte so überhaupt keine Rolle – ich war ich, wie sonst eben auch.
Auch das hab ich so noch nicht erlebt, weil ich früher immer doch eine gewisse Sperre in mir drin hatte, wenn es um das andere Geschlecht ging. Nee, ich hab normal viele Beziehungen gehabt, aber irgendwie hat sich meistens raus gestellt, dass ich der stärkere Part war – und ich möchte dann doch lieber meinem Partner auf Augenhöhe begegnen, darum war ich auch so lange alleine.
Da war ein Hund als Zeitvertreib doch deutlich sinnvoller als eine Beziehung. Und nee, in mein aktuelles Lebenskonzept passt eine Beziehung sowieso nicht rein…

Schnitt, Cut, im Kasten

Geile Musik, tolle Gespräche – und irgendwann kam ich aus dem Lokal nach draußen, und Shanti sass auf Tom’s schoss, wo er sie liebevoll streichelte. Jepp, gewonnen hat er damit nochmal, denn Shanti ist gerade bei Männern noch wählerischer als ich… 🙂
Später des Nachts sind wir alle dann heim, aber kaum war ich bei Andrea und Miguel oben, erreichte mich ein Anruf: Tom, er wäre unten am Strand mit seinem Hund, ob ich nochmal runter kommen wolle. Ähem, ich denke, meine Antwort ist euch klar…. 😉
Bis nach 2 haben wir mit unseren Hunden am Strand gesessen, über Gott und die Welt geredet, und die beiden konnten sich ebenso beschnuppern wie wir uns.
Schließlich ist Leo, Toms Hund, ein Riesenschnauzer-Dt.Dogge-Mix und sowohl in Gewicht und Größe 10x Shanti. Doch die Beiden haben ganz schnell begonnen, gemeinsam den Strand zu erkunden, während Tom und ich uns um uns kümmerten. 😉

Solar und aufgehende Leuchten

Am nächsten Morgen bekam ich schon viel zu früh einen Anruf, dass meine Solaranlage von Lensunsolar in wenigen Stunden bei Reg ausgeliefert wird. Ich sags ja, der Reggie ist schon okay, natürlich haben wir Kontakt gehalten und ich bin nach Salobrena, um auf meine Solaranlage zu warten.
Doch zuvor steckte mir Andrea noch, dass Tom verheiratet wäre und ein Kind hätte.
Bummps! Der Boden hatte mich wieder. Kennt Ihr das Gefühl, wenn die Trompeten anfangen, in Mißtönen zu spielen? Das war echt ein Schlag vor den Latz, zumal ich mich nie mit verheirateten Männern einlasse. Ich will niemals Grund für eine Trennung sein, noch gestatte ich, dass mit mir gespielt wird! Gibbet nich‘, sagen wir bei uns im Sauerland!
Okay, also hab ich sowieso schon wegen des Solars mein Treffen mit Tom abgesagt, aber auch, weil ich erst Mal für mich mich reinfühlen musste, wohin ich will. Diesem Menschen zu begegnen hat mich auf eine Weise aus der Bahn geworfen, wie ich es noch nie zuvor in meinem Leben erlebt habe.
Achterbahn pur…

Solarenergie und lange Gespräche

Wie gesagt war ich echt froh, sowieso mich erst Mal mit der Solarlieferung ablenken zu können. Reggie war supernett und unglaublich zuvorkommend. Auch wir hatten gute Gespräche, und er hat mir angeboten, dort zu bleiben, weil er eh am nächsten Nachmittag nach UK fliegen würde.
Meine Gedanken gingen pausenlos hin und her.
Der Abend gestern, der Nachmittag, die Nacht, die Gespräche, Blicke – hab ich das alles so fehlinterpretiert oder ist das so ein „ich bin jetzt in einem anderen Teil Europas als meine Frau, jetzt lass ich hier die Luft brennen“-Typ?
Nein, da hat meine Intuition sehr klar ein Veto eingelegt. Das, wie die Luft am Vortag zwischen uns gebrannt hat, war absolut authentisch. Und nun???
Also hab ich ihm eine Nachricht geschickt, was ich Euch eben auch schon gesagt habe. Die hatte ich kaum abgeschickt, da hatte ich ihn am Ohr und er hat mir alles erklärt. Verständlich und nachvollziehbar erklärt.
Ja, damit konnte ich umgehen. Auch sein Plan war es nicht, sich zu verlieben – uns hat’s beide gleichermassen erwischt…
Also haben wir abgemacht, dass ich am nächsten Tag ihn bei sich zum Schwimmen treffen würde. – War ja auch schon irgenwo um 4 Uhr herum, bis wir auflegten…

Barranco – Adresse finden?

Geh Deinen Weg ist ja einfach, wenn Du es nur allein machst und Deiner Intuition folgst, aber eine bestimmte Casa in einem Barranco zu finden, ist schon so eine Sache für sich. 😉
Gut, dass mir Tom seine Koordinaten per Googlemaps geschickt hatte, so hab ich mich von meinem Handy lotsen lassen. Sonst hätt ich es aber auch wirklich nicht gefunden… 🙂

So kam es, dass ich am 24.05. zum ersten Mal auf dem Grundstück der „Casa de la Paz“, dem Haus des Friedens, war.
Bezeichnender Name für all das, was danach alles sich entwickelte – obwohl ich doch eigentlich noch immer auf dem Weg nach Tarifa war… 😉

Knapp 3 Wochen

Meine lieben Freunde, hier werde ich nicht näher ins Detail gehen, doch zwischen Tom und mir hat nicht nur auf der Geburtstagsfeier die Luft gebrannt.
Long story short: Ich hätte jederzeit bei Reggie meinen Unterschlupf beziehen können – aber ich wollte nicht! 🙂
So waren die kommenden Tagen von relativ wenig Tageslicht geprägt – jo, sowohl waren die Nächte lang als auch die Betten unglaublich „erlebenswert“… 😉

Und doch war klar: Ich würde zum 13 Juni hin nach Deutschland fliegen und bis über das erste Juli-Wochenende hin fort sein, als auch dass er im Juni mit Leo Richtung Deutschland starten und dort anschließend auf Motorradurlaubs-Tour gehen würde. Es waren also 6 Wochen Beziehungspause vorprogrammiert – ein Horror für jedes frisch verliebte Paar, und das, was wir hier erleben, mit mit normaler Verliebtheit überhaupt nicht zu vergleichen!

Irgendwann fiel der Entschluss, gemeinsam nach Deutschland zu fahren. Und noch später, dass er direkt mit bis Zittau durch fährt, und auf diese Weise auch alle meine besten Freunde und Familie kennen lernt, denn die Geburtstagsfeier, zu der ich dort eintrudeln wollte, vereinte alle guten Canyoningkumpels ebenso wie meinen Exmann und Sohn.
So könnten wir auf jeden Fall diese 6 Wochen ein klein wenig leichter für uns machen, also nahm die Planung so langsam ihren Lauf…
Mit ganz viel Liebe, Leidenschaft und vielen Hundehaaren 😀

Und was ist nun mit Tarifa, werdet Ihr vielleicht fragen? Nun, meine Freunde dort unten habe ich natürlich immer noch und stehe auch in unregelmäßigem Kontakt. Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben – ich muss meinen Weg ja nicht komplett alleine gehen. So eine Räuberbande wie wir mit unseren zwei Fellnasen sind da doch gar nicht mal so eine schlechte Alternative – im Gegenteil! ❤

Komm im Sommer nach Deutschland, haben sie gesagt – damit geht's weiter im nächsten Teil. Ebenso wie hier dann die 1000 erste Male mit hinein passen. Vielleicht magst Du da ja auch mal stöbern? Es kann sein, dass sich das etwas mischen wird.
Auf jeden Fall bleibt es nach wie vor interressant, stay tuned!

Advertisements

Ein Gedanke zu “Geh Deinen Weg (Teil 12) – let there be love

  1. Pingback: Geh Deinen Weg (Teil 14) – von Zusammenbruch und Neuanfang – flowngrow

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s