Geh Deinen Weg (Teil 9) – ausgerechnet Andorra?

Geh Deinen Weg hat eine kleine Pause eingelegt, bevor es jetzt mit dem Teil 9 weiter geht.
Das hat diverse Gründe, die Ihr später noch erfahren werdet.
Doch nun geht’s weiter mit Starkregen, Sturm, Carcassonne und einem planlosen TomTom.

Wie schön, alles heil!

Aufwachen nach einer nur halbwegs angenehmen Nacht ist ein wenig zwiespältig:
Shanti und ich konnten beide nicht so richtig gut schlafen, denn der Sturm tobte in den Bäumen und Schlafen in der Natur war für uns beide ziemlich ungewohnt.

So war sie die ganze Zeit in „Hab-Acht-Stellung“ und ihre Unruhe hat auch mich nicht entspannt schlafen lassen.
Dazu der permanente Regen auf dem Dach und das nicht gerade beruhigende Knacken in den sturmgebeutelten Bäumen umher – wirklich gewöhnungsbedürftig.

So waren wir gegen acht natürlich mehr oder weniger munter – doch die Matsche um uns herum liess uns schneller unsere Sachen packen als geplant.

Doch das war auch gut so, denn auch dieser Tag war komplett angefüllt mit Starkregen und Sturm, und Spirit aka #Flowmobil hatte in den Bergen ganz schön mit ihrer Last zu kämpfen.

Moment mal – Berge?
Der Gedanke kam mir auch irgendwann dann, denn so wie ich die Strecke im Kopf hatte, sollte unser Weg eigentlich westlich der Seealpen und Marseille Richtung spanische Küste führen.

Unterwegs dann ein Schild: Carcassonne!

Carcassonne – das Tor zum Süden

Oh, wie gerne hätte ich mir diese Stadt angesehen, ist sie mir doch nicht nur als Spiel ein Begriff, sondern auch wegen ihrer Geschichte – und ich liebe Geschichte!

Doch mich hat’s innerlich angetrieben, aus diesem grau-kalten Regen und Sturm heraus zu kommen.

So haben wir nur von einer Aussichtsplattform aus ein paar Fotos geschossen (die ich noch einfüge, doch die sind auf dem anderen Rechner).

Anhand der Karte könnt Ihr sehen, wo Lyon und wo Carcassonne liegt – ich selbst muss gestehen, ich bin in Erdkunde echt nicht gut, und wie ich am TomTom kontrolliere, dass es mich nicht in die Pampa schickt, habe ich erst einen Tag später heraus gefunden…

Geh Deinen Weg (Teil 9) Von Lyon nach Carcassonne
Von Lyon nach Carcassonne

Navi ohne Plan

Wie Ihr auf dem Bild sehen könnt, hat mich mein Navi quer durch Südfrankreich geschickt – aber nicht an die Küste.

Irgendwann wurde sogar ich mal stutzig und habe mich dann richtig intensiv mit dem TomTom beschäftigt.

Tja, ohne Beschreibung ist das so eine Sache. Es dauerte eine Weile, bis ich die Übersicht gefunden habe – und meine Einstellung, Mautstraßen zu vermeiden, hat mein Navi dazu gebracht, mir eine mehrere hundert Kilometer längere Strecke – noch dazu durch die Berge- anzubieten.

Da wären die Mautgebühren deutlich günstiger gewesen, aber sowas weiß man dann meist erst hinterher…

So fand dieser Tag wieder im Dunklen sein Ende – zumindest was die Fahrtstrecke betraf. Denn mit Regen und Sturm auch noch im Dunklen zu fahren wollte ich mir wirklich nicht an tun.

So gurkten wir abseits der Autoroute zu einem kleinen Dorf, wo wir mehr oder weniger gut am Straßenrand einer wenig befahrenen Zufahrtsstraße unser Nachtlager aufschlugen.

Regen, Sturm,  Andorra

Diese Nacht haben wir zumindest besser geschlafen, dazu noch Rehe auf der Wiese neben unserem Auto gesehen – aber auch ein Auto gehört, das neben uns hielt und anscheinend sehen wollte, was hier Sache ist. Ich hatte schon fast erwartet, am nächsten Morgen Besuch zu bekommen, doch am Morgen konnten wir unbehelligt wieder starten.

Wie bitte, Andorra?

Geh Deinen Weg – 3 einfache Worte, doch wie schräg das manchmal verläuft, drückt sich in ihnen gar nicht aus!

So wies mich nach einer Weile Fahrt, die vor allem größtenteils auch noch bergauf ging, ein Schild darauf hin, dass Andorra nur wenige Kilometer entfernt ist – und mein Navi sagte auch noch: „Da lang“.

Moment mal, meine Erdkundekenntnisse sind zwar nicht das Gelbe vom Ei, aber dass Andorra ein Zwergstaat in dem Midi-Pyréneen ist, und NICHT am Meer, wusste sogar ich 😉

Zeit, mich mal ausgiebig mit meinem TomTom zu unterhalten, was ich dann auch gemacht habe.

Als mir mein Fehler klar wurde, habe ich erst mal alle möglichen Strecken, die über die Pyrenäen führten, ausgeschlossen.

Nächster Stopp: Alicante

Endlich war es da, das bessere Gefühl, wenigstens ansatzweise zu wissen, wo mein Navi mich hin führt! Ich konnte die Übersicht checken und vor allem mein Veto aussprechen, wenn sie/es sich mal wieder komische Strecken ausgesucht hat.

Und vor allem die Entscheidung treffen: Zahle ich lieber Maut oder fahre ich die empfohlene Route?

Spirit ist wirklich ziemlich vollgeladen und tut sich am Berg mit ihren 45 PS schwer. Darum habe ich ein paar Mal lieber die Maut bezahlt – und war positiv überrascht, dass es sich um wenige Euros handelte. Schließlich kannte ich die Preise von Frankreich, und die waren nicht ohne!

So erreichten wir beinahe Alicante, wo wir eigentlich Edith treffen wollten, mit der ich über Facebook befreundet bin.

Wir haben ein wundervolles Plätzchen auf der Zufahrt zu einer Edel-Finca gefunden, einen tollen Sonnenuntergang genossen und uns ein Bier gegönnt.

Doch wie schon „Auch im Paradies gibt’s Fliegen“ hatte auch das hier einen Haken:

Jede Finca schien Wachhunde zu haben – und hörte der Eine auf zu bellen, fand sich immer ein anderer, der gerade Bock darauf hatte, weiter zu machen.

Dazu noch einer, den unser #flowmobil wohl neugierig gemacht hatte, der in der Nacht dann um unser Refugium herum schlich.

Das brachte natürlich wiederum Shanti auf den Plan – nein, eine geruhsame Nacht ist was anderes! 🙂

Dafür hat uns der Sonnenaufgang am nächsten Morgen echt entschädigt! Tag 1 unserer Reise, der nicht mit Regen und Sturm startet!

Oh, wie entspannt fährt es sich bei blauem Himmel und Sonnenschein! Das war nach den letzten drei Tagen wirklich eine Wohltat. Und wieder fand sich ein McDonalds mit WiFi, wo ich nicht nur einen Gruß nach Hause schicken sondern auch meine eMails checken konnte.

Dazu hab ich die Möglichkeit gefunden, meine Orange-Karte online zu laden – keine Suche nach einem Ladengeschäft mehr nötig! 🙂

Wie war das noch mit Plänen?

Nun konnte ich ganz in Ruhe Kontakt zu Edith aufnehmen – doch die Gute war am Vortag mit gesundheitlichen Problemen ins Krankenhaus eingeliefert worden.

Habt Ihr mitgezählt? Der wievielte Plan auf meiner tour war das nun, der nicht funktionierte?

Ich zähle sie nicht mehr. Ich seh einfach zu, dass ich mit den aktuellen Gegebenheiten eben dann bestmöglich umgehe, wenn sie da sind. Planungen sind dennoch nicht ganz unwichtig, ich mache sie als Richtungsweiser.

Doch wer „geh Deinen Weg“ schon eine Weile lang folgt, erkennt: Sie geben mir eine grobe, ganz grobe Richtung – und doch kommt es bei mir fast immer anders.

Self fullfilling prophecy?

Ich weiß es nicht. Wäre es genau so gekommen, wenn ich den Polo nicht ausgebaut hätte? Wenn ich nicht schon im Nov./Dez. die Erfahrung gemacht hätte, dass mein Weg darin zu bestehen scheint, achtsam auf all das zu reagieren, was sich mir bietet?

Aus den Erfahrungen der letzten Monate heraus tendiere ich dazu, diese Ansicht zu pflegen.

Erst recht, wenn Ihr lest, wie es im nächsten Teil weiter geht.

Da geht es um grottenschlechten englischen Kaffee,n the challenge to hug an englishman und eine Planänderung, die nicht nur mein Leben auf den Kopf stellt!

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6 Gedanken zu “Geh Deinen Weg (Teil 9) – ausgerechnet Andorra?

  1. Liebe Sabine,

    Trotz der ganzen unschönen, fehlenden Wegweisern, Matsch, bellenden Hunden und rumschleichenden „Einheimischen-Nachtschlafräubern“ (hoffe sie essen nicht gern Flowfleisch ;)), musste ich schon mehrmals schmunzeln…
    Egal, was Dir noch so begegnen mag, es führt Dich jeden Tag näher an Dein Ziel, näher zu Dir und weiter weg von denen, die lieber alleine leben ;))))
    Pass gut auf Dich auf, hast ja einen tollen Aufpassen!

    Drück Dich ganz fest und ich bin sehr auf den weiteren Teil gespannt!!!!

    Dicker Kuss Kerstin

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  2. das mit den Navis ist ja immer so eine Sache. Ich musste letztens feststellen, dass ich Autobahnen ausgeschlossen hatte und deswegen andauernd quer durch die Pampa geschickt wurde. Und ich hatte mich schon gewundert, wieso das nicht auch anders geht. Seitdem schaue ich mir auch vorher immer bei Google Maps an, wie die Strecken aussehen, um ein bisschen einen Plan zu haben wos lang geht und ich mich nicgt immer nur aufs Navi verlassen muss 🙂

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