Geh Deinen Weg (Teil 7) – Deutschland und (k)ein Ende?

Und wieder geht es weiter mit „Geh Deinen Weg (Teil 7), nachdem Ihr im letzten Teil meinen Feiertags-Break in Deutschland begleiten konntet. Nein, über das Wetter im Sauerland lass ich mich  nicht aus – nur dass Shanti und ich direkt unsere Klamotten gegen Wärmere getauscht haben…

Der Amtsschimmel vor meiner Tür

Im letzten Teil habe ich schon kurz erwähnt, dass Steuererklärung und EÜR echt meine Nerven fraßen. Warum? Nun ja, ich habe ja nun mal alle Brücken in D. abgebrochen – doch ist mein Unternehmen nach wie vor auf Gewerbeschein hier. Und ich hatte recherchiert, dass ich dann sowieso bis zum Jahresende in D. verpflichtet bin.
Also versuchte ich auch meine Steuererklärung zu machen – doch ohne Wohnsitz wollte mich das blöde Elster-System schon gar nicht weiter machen lassen.
Noch schlimmer war es bei der EÜR: Die konnte ich bisher sowieso nur für 2014 erstellen – doch auch das wollte nicht funktionieren, denn statt mich die Kosten für den Aufbau meines Unternehmens absenden zu lassen, forderte das „System“ von mir, über meine Immobilienbesitztümer Auskunft zu geben.

WTF??? (Für die, die es nicht kennen: What the fuck???)

Wie ich die Eingaben auch veränderte, ich war nicht in der Lage, meine Werbungskosten und all das, was mit dem Aufbau meines Unternehmens in 2014 zusammen hing, abzusenden.

Und irgendwann war ich es einfach auch leid!!!

Zumal ich die Legitimität der BRD sowieso bezweifle, habe ich den Deckel meines Laptops einfach zu gemacht. (Hier die Antwort vom FA auf meine Aufforderung hin, sich zu legitimisieren)

FA Rückmeldung Legitimationsersuch
FA Rückmeldung Legitimationsersuch

(Kleine Anmerkung am Rande noch dazu: Klar haben sie darauf noch weitere Post von mir bekommen, jedoch habe ich nicht an diesen „Sachbearbeiter“ sondern dessen Vorgesetzten geschrieben…)

Doch während ich eines Tages auf eine Paketzustellung für Julian in meiner alten Wohnung wartete, klingelte es. Klar dachte ich, dass es die Paketzusteller sind, doch da kam eine Frau vom „Finanzamt“ die Treppe hoch.

Nee, im Hausflur wollte ich das Thema dann doch nicht diskutieren, also lud ich sie in die (zugegebenermaßen ziemlich chaotisch aussehende) Wohnung ein.

Ich schilderte ihr die Zusammenhänge der letzten Monate und fragte sie nach entsprechenden Lösungsvorschlägen.
Da saß sie nun da, das Thema Legitimität BRD hatte ich noch gar nicht mal angeschnitten. Doch schon allein mein Status als digitaler Nomade ist im deutschen (Steuer-)Gesetz gänzlich unbekannt.

Ich fragte sie: Wenn ich nun um die 3.000 EUR vom Finanzamt zurückzufordern berechtigt bin, und das Finanzamt Forderungen von ca. 300 EUR an mich hat, was sie denn selbst täte: Zahlen, obwohl sie auf viel mehr selbst Anspruch hat?

Sie hat mir – persönlich – Recht gegeben, zuckte aber hilflos mit den Schultern, was Ideen zur Lösung des Problems anging.
Doch ganz ehrlich: Soll es wirklich MEIN Problem sein, dass Gesetze und Ämter bisher für digitale Nomaden noch keinen Stauts, keine Ideen gefunden haben, obwohl es diesen Trend seit rund 10 Jahren gibt?
Ich war auf jeden Fall nicht bereit, wegen diesem Mist auch nur einen Tag länger in Deutschland zu bleiben! Wenn sie 10 Jahre lang gepennt haben, werden sie es auch weitere 10 tun.

Es gab Wichtigereres, wie zum Beispiel Marco Polo auszubauen und zu klären, ob Julian in meiner Wohnung bleiben durfte.

Mietnachfolge: Check!

Erinnert Ihr Euch, dass ich geplant hatte, um den 05.01. herum Deutschland zu verlassen? Ein kurzer Anruf bei der Hausverwaltung zu Beginn des Jahres machte diese Planung sofort zunichte: Der Verantwortliche war bis zum 07.01. im Urlaub und einen Termin bekam ich erst zum 08.01. Also hieß es, noch eine Woche dran zu hängen.
Und so konzentrierte ich mich auf das Ergebnis, das ich erleben wollte, denn auch Julian schürte viel  zu viele Befürchtungen, die Wohnung nicht behalten zu dürfen. Da schwang zu viel negative Energie drin, die ausgeglichen werden wollte.
Ein Segen, dass mein best Buddy Martin überhaupt keine Probleme damit hatte, dass ich noch ein paar Tage dran hängen wollte/musste.

Ich habe wohl einen sehr guten Job gemacht, das alles zu visualisieren und mit positiven Energien zu füllen, denn das Gespräch war rundweg positiv – einzig, dass der Jobcenter die Nebenkosten-Nachzahlungen seit 2008 (!!!) nicht getragen hat, war ein Wermutstropfen. Andere hätte es in Rage gebracht, aber ich wollte nur einen Schluss-Strich ziehen, und so habe ich kurzerhand die offene Summe überwiesen und der Weg für Julian war frei!

Mit Marco Polo ins Sauerland

In dieser Zeit erreichte mich auch die Nachricht meines Seelen-Freundes Thomas B., dass wir Marco Polo über ihn mit SO-Kennzeichen zulassen könnten. Zeitgleich hatte ich allerdings auch Martin S. gefragt, ob er bereit wäre, Marco zuzulassen und hatte auch von ihm ein okay bekommen.
Doch: Mit SO lassen sich natürlich ganz andere Kennzeichen bilden als mit HSK, also gab ich SO den Vorzug.
Und dann kam mir intuitiv in den Sinn, eine Nummer zu wählen, deren Quersumme die Neun ergibt. (Numerologie lässt grüßen)

Meine Lebenszahl ist numerologisch die 1, so ergibt sich mit der vollendenden 9 wiederum eine 10, dessen Quersumme wieder die 1 ist. 🙂
Fragt nicht, aber dass das #Flowmobil die vollendende 9 bekommt, war schlichtweg eine Eingabe. Wähle ich aus der Numerologie meines Lebensabschnittes die aktuelle 3, addiert sich das zur 4.

Die Bedeutung der Zahl 4 – sie ist

Zahl Vierordnungsliebend, stetig wachsend, neutral, hilfsbereit, großzügig und geht an ihre Grenzen, Uranus

(herzlichen Dank an http://numerologie.in/)

Irgendwie finde ich das alles unglaublich stimmig, und so kommt es, dass mein Flowmobil über das Kennzeichen SO-UL 144 verfügt…

Flowmobil SOUL 144
Flowmobil SOUL 144

Und so fuhren mein Flowmobil, aka Spirit, aka Marco Polo Anfang Januar bei Schnee und Eis von Klosterbauerschaft nach Arnsberg… 🙂

Ran an’s Eingemachte: Der Polo-Ausbau

Endlich war Spirit (aka Flowmobil) also vor Ort, damit ich mir Gedanken über den Ausbau machen konnte. Vorteil war natürlich, dass es sich um die Langversion des Polos handelte.
So war der Gedanke, die Rückbank komplett zu entfernen, auf jeden Fall sofort da.
Doch als Laie fehlten mir echt viele Kenntnisse:

  • Welches Holz eignet sich besonders gut?
  • wie kann ich verhindern, dass es während der Fahrt knarrt und ich vor lauter Geräuschen halb wahnsinnig werde?
  • wie hoch muss ich das Podest wählen, damit ich die Taschen und Boxen vernünftig darunter verstauen kann
  • und wie niedrig, um selbst genug Platz zum schlafen zu haben?
  • wie verbinde ich das Konstrukt mit der Basis?
  • Welche Stärke an Schrauben, Winkeln und Co. sollte ich wählen?

Zum Glück bin ich auf eine tolle Seite bei meinen Recherchen gestoßen: https://polomobil.wordpress.com/realisierung/

Die hat mir gute Ansätze geliefert, in welche Richtung ich denken könnte. Klar war, dass ich hinten an’s Ersatzrad ran können muss und alle Bereiche einigermaßen gut erreichbar sein mussten. Doch andererseits brauchte es nicht nur die nötige Stabilität, sondern ich musste ja auch beachten, dass die Holme hoch zum Dach sich nach innen krümmten. Und die Radkästen bzw. die Bereiche, wo die Radfedern waren, wollten auch bedacht werden.

Nee, sowas Großes hab ich bisher noch nicht gemacht, doch ich habe viele tolle Freunde, die echt gute Hand- und Heimwerker sind. Auch, wenn ich mich erst auf jemanden verlassen wollte, der mich dann doch versetzt hat, waren zu Glück weitere guter Geister um mich herum:
So half mir Martin, die Rücksitzbank trotz festgefressener Schrauben auszubauen, Mario St. schaffte auch die letzte Schraube, die sich standhaft weigerte, ihren Dienst aufzugeben und war nicht nur meine wertvollste Hilfe, bei der Auswahl des Holzes und Planung der Konstruktion, sondern legte auch  mit seinen Geräten und sich selbst Hand an – in fact standen Shanti und ich mehr dirigierend dabei, als dass er mich selbst wurschteln ließ – Rieeeesenkompliment an Dich, Mario! ❤

Mario und Spirit
Mario und Spirit

Könnt Ihr Euch vorstellen, wie „wundervoll“ der Ausbau des Flowmobils bei ca. 6 Grad und mindestens Nieselregen, teils sogar Starkregen war???
Und könnt Ihr Euch auch vorstellen, dass ich das Ganze viel lieber im wärmeren Andalusien gemacht hätte – auch wenn selbst dort gerade „Winter“ bei ca. 16 Grad war???

Doch es half alles nix, zumindest die Grundlage wollte fertig sein. Weitere Verfeinerungen dann „Downunder Andalusien“ zu mache, sollte das Problem dann ja nicht sein…

Und so ging es weiter – und geht es weiter, nämlich im nächsten Teil von „Geh Deinen Weg“.

Dort wird’s um die letzten Handgriffe rund um den Poloausbau gehen, aber auch um Anreise nach Spanien, verquarkste Couchsurfing-Absprachen, Sturm und „Softwares who are bitches“… 🙂

 

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Ein Gedanke zu “Geh Deinen Weg (Teil 7) – Deutschland und (k)ein Ende?

  1. Pingback: Geh Deinen Weg (Teil 8) – Ausbau, Abfahrt und Software as a bitch – flowngrow

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