Geh Deinen Weg (Teil 2 meines Seelenwegs Andalusien)

Von einer, die auszog, sich selbst zu finden – über Ausstieg, Konsumverzicht, freien Fall und Vertrauen ins Leben! Inspirierend, haarsträubend und erfrischend anders – hoffe ich 😉

Bienvenido en Andalucia? Fast…

Du bist gespannt auf meine weitere Geschichte, nachdem Du mein Intro von gestern gelesen hast (hoffe ich doch)? Here we go:

Fast 2 Monate lang habe ich meinen Ausstieg aus Deutschland vorbereitet, viele meiner Besitztümer verkauft, verschenkt, verteilt; nun sollte es endlich los gehen!

Als Datum hatte ich mir eiiiigentlich 😉 15.Oktober/ 01.November gesetzt, doch mein kleiner Polo (seinerzeitige Bezeichnung „Marco Polo“ 🙂 ) war immer noch nicht fertig: Defekte Kupplung… 😦

„Was soll’s“, dachte ich mir, „sind eh nur 6 Wochen bis Weihnachten“. Dann wollte ich mit meiner Familie in Deutschland feiern. Also habe ich kurzerhand per Skypenachricht und Facebook-PN meinem „Auftraggeber Nr. 1“ eine Nachricht geschickt, dass ich mir jetzt einen Flug buche, um sie nicht noch länger hängen zu lassen. Es war schließlich schon um den 05.11.15 herum und laut letzter Nachricht benötigten sie meine Unterstützung dringend!

Flugcheck, Buchung und Tschüss, deutschland!

Jetzt mal unter uns Pastorentöchtern: Downsizen von 80 qm auf die Füllmenge eines Polos ist ja nun mal das Eine, aber sich von dort aus auf einen großen Rucksack für 6 Wochen zu reduzieren, zumal es auch in Andalusien zunehmend kälter werden konnte, ist echt ’ne komplett andere Hausnummer!

Ich hatte wenig Ahnung, was mich erwartete. Klar hab ich die Wetterprognosen und die Gegend per Google Maps usw. gecheckt und bin im Kopf immer und immer wieder durchgegangen, was ich benötigen würde – doch im Endeffekt hätte ich meinen Rucksack komplett anders gepackt, wenn ich hier schon gewusst oder geahnt hätte, was auf mich zu kommt!!!

Alles in allem kann ich sagen, dass ich von meinem Rucksack-Inhalt etwa die Hälfte wirklich gebraucht habe und den Rest, wenn ich die Zeit zurück drehen könnte, komplett anders gepackt hätt‘. Immerhin: Ich lebe noch! 😉

Alles war gepackt und ich fühlte mich – ja, wie genau fühlte ich mich eigentlich?

Das war sooo schräg, so hab ich mich noch nie gefühlt! Da war wenig Bedauern, einiges an Vorfreude, aber seltsamerweise so überhaupt keine Furcht oder Angst, obwohl ich noch nie in meinem Leben so richtig alleine verreist war. Zwar mal die Anreise zu einer Kur, aber zählte das?

Über dieses komische Fühlen hab ich direkt vor meiner Abreise hier  geschrieben.

Abflug und so…

Mein Abflug war für den 12.11. geplant, nachmittags startete mein Flieger in Düsseldorf, um mich und Shanti samt Gepäck im andalusischen Jerez de la Frontera auszuspucken.

Noch am Vorabend telefonierte ich mit meinen Auftraggebern, wir sprachen die letzten Feinheiten durch. Unter anderem, dass ich die kommende Nacht in Jerez ein Zimmer genommen hatte, um vor meinem Jobantritt noch erst einen Tag am Meer zu verbringen (nachdem ich mich von ganzem Herzen sehnte!).

Einer Eingabe zufolge hatte ich nämlich über Facebook und eine meiner zahlreichen Andalusien-Gruppen Kontakt zu einem Weltenbummler aufgenommen, der dort in Tarifa seinen Überwinterungsplatz gewählt hatte.

Herbie fand meinen Vorschlag spannend, dass wir uns kennen lernten und gemeinsam ins Hinterland zur Finca fahren – einen Vorschlag, den ich in Deutschland kaum einem zu stellen gewagt hätte! Doch hier in Andalusien ticken nicht nur die Uhren anders… ❤

Synchronizitäten über Synchronizitäten

Doch ich muss nochmal einen kurzen Schlenker in der Zeit machen, denn schon allein bis ich in Düsseldorf angekommen bin, war voller „Zufälle“! 😉

Am Morgen hab ich mich im Stadtbüro abgemeldet, und kaum trat ich aus dem Rathaus, spielte die Rathausspieluhr „Nun adé, Du mein lieb‘ Heimatland„. Ganz ehrlich? Ich war smashed! Die Uhr spielt sonst, wenn Leute heiraten und auch nur zu ausgesuchten Uhrzeiten, aber meines Wissens dann ein völlig anderes Lied!?!

Als Nächstes wäre da mein Stopp in Dortmund mit Weiterfahrt gen Düsseldorf zu nennen.

Ich war pünktlich auf Gleis 13 (jepp!), ein Zug lief ein und ich wuchtete meinen 15 kg Rucksack, Shanti und Laptoptasche auf den nächstbesten Sitz.

Und wartete.

Wartete.

Wartete…

Bis ein junger Mann rein kam, stutzte und mich fragte, ob ich nach Leipzig wollte.

Ähem, nö… Düsseldorf! 😉

„Na, dann sollten Sie schleunigst aussteigen“, meinte er nur.

Mein Gepäck, meine größte Last

Och nee, ich war doch soo froh, alles in diesen vermaledeiten Zug gewuchtet zu haben und endlich das Gewicht von meinen Schultern lösen zu können!

Also, alles wieder zurück, und wie ich aussteige, läuft da gerade ein Schaffner lang.

„Wo finde ich bitte jetzt den Zug nach Düsseldorf?“ hab ich ihn gleich gefragt, denn die Zeit, die ich jetzt schon in diesem Zug gesessen hatte, war gar nicht wenig!

„Ein Gleis weiter – aber Sie haben Zeit, der hat 1/2 h Verspätung“! entgegnete mir der nette Mensch der DB.

Welch ein Segen! Und ja, so waren das hier zwei weitere „Zufälle“, die dafür sorgten, dass ich meinen Flug nicht verpasste.

Doch jetzt hatte ich den nächsten Punkt im Blick: Mein Zeitplan sagte mir, ich müsste bis D’dorf Hbf fahren und dort so ein Shuttlebus zum Flughafen kriegen – der natürlich in meinem Plan längst weg war!

Doch ich machte mir keinen Kopf und spürte: Komm erst mal hin und check dort die Lage.

Es kam besser: Bereits auf der Fahrt zum Hbf Düsseldorf sah ich eine Haltestelle „D’dorf Airport“. Klar kam die wie gerufen, also bin ich dort auch ausgestiegen.

Ja ja, lach nicht. 🙂 Wenn so ein Landei wie ich mal eine Reise macht, dann ist es mit den Gegebenheiten eben nicht so vertraut wie eine Großstadtpflanze… 😉

Freundliche Menschen – echt, die gibt’s!

Flughafen Düsseldorf – für mich eine eigenständige Welt! Wie war das nochmal bei der Gepäck-Kontrolle? Alles Metall in die Kästen – oh mei, ohne Gürtel verlier ich meine Hose gleich! 🙂

Dazu Shanti ohne Leine durch’s Gate – Leute, jetzt könnt ich 8 Hände gleichzeitig gebrauchen!

Shanti versucht, vom Laufband zu springen, während ich versuche, meine Habseligkeiten wieder anzulegen und einzupacken – doch da sind gleich ein paar nette Leute, die sich um Shanti kümmern, während ich ihr Trinkwasser ausschütten muss – Verschärfte Bedingungen seit ein paar Terrorwarnungen oder so. Den Cutter und das Trinkwasser in meinem Kaffeepott haben sie seltsamerweise nicht bemängelt…*schulterzuck*

Live-Show: Ich will nicht in die Tasche!

Entschuldige, dass ich jetzt so spontan ins Präsens gewechselt bin, doch irgendwie ist das alles total präsent – und ich finde, es liest sich auch feiner 🙂

Shanti und ihre Reisetasche – nun, wie soll ich es sagen? Das ist so eine Art Hassliebe. 🙂

Ich hab natürlich schon zuvor versucht, sie daran zu gewöhnen, zumal Filou diesen Trekkingrucksack für Hunde echt geliebt hat! Für ihn war es der sicherste Wohlfühlort der Welt – neben meinem Schoß natürlich, aber Shanti kam von der Strasse. Für sie ist alles, was einer kleinen Höhle nahe kommt, ein Ort voll potentiell gefährlicher Tiere.

Also habe ich ihr da immer wieder ihr Spielzeug und auch Leckerlis rein gelegt, aber rein bekommen hab ich sie zuvor noch nie.

Dennoch hab ich mich geweigert, das emotional als ein „Problem“ zu betrachten. Höchstens eine Herausforderung – Einige von Euch dürften den Unterschied kennen…

 

Wir hatten noch eine Weile auf unser Boarding zu warten, also haben wir uns einen Platz am Gate gesucht, wo ich versuchen konnte, sie in Ruhe in ihren Rucksack zu komplimentieren.

Doch jeder Versuch wurde von dieser pfiffigen, kleinen Hündin boykottiert. Nee, mal eben so ist Shanti echt nicht zu überlisten – sehr zur Freude aller Mitwartenden, ich guckte in lauter amüsierte Gesichter, die dieses Hin und Her zwischen mir, Shanti und den Leckerlis im Rucksack verfolgten. 🙂

Ja, wir haben an diesem Tag vielen Leuten die Wartezeit beim Boarding echt versüßt!

Aber irgendwann war mir das Glück dann doch hold und Shanti endlich in diesem vermaledeiten Rucksack drin! Direkt pünktlich, als wenn sie darauf gewartet hätten, startete das Boarding – und 3 Stunden später landeten wir ohne irgendwelche weiteren Zwischenfälle in Jerez de la Frontera.

Sabi allein im andalusischen „down-under“

Erinnerst Du Dich auch an so viele Warnungen vor Diebstahl, Raub, spanischen Gangstern? Ich irgendwie schon, doch ich hab das ausgeblendet. Es war einfach zu schön:

20.15h, dunkel, aber 22 Grad, Grillenzirpen und Palmen schon an der Rollbahn! Jepp, ich war angekommen und vor allem: Ich fühlte mich angekommen! Ich meine, tief in mir drin, als ob etwas aus mir selbst heraus mir sagte:

Willkommen, Du Angsthase! Ich bin stolz darauf, dass Du das bis hier hin durchgezogen hast und mir (Deinem Innersten) endlich mal gefolgt bist! Siehste, tat doch gar nicht weh!

Stimmt. Es tat nicht nur nicht weh,sondern es fühlte sich einfach nur WOW! an.

Ein bisschen unsicher war ich aber doch, habe mir erst mal Shanti geschnappt, damit sie zum Pinkeln kam. Die arme Kleine konnte ja schon seit ca. 15:30 nirgends mehr hin gehen.

Also „pieselte“ sie mal kurzerhand vor’s Aeropuerto, bevor ich auf einen Taxifahrer zusteuerte.

Bewaffnet mit dem Ausdruck meiner Unterkunft „Apartamentos Jerez“ (sehr zu empfehlen! ) für nichtmal 30 EUR, direkt in der Altstadt von Jerez!

Begrüßt mit einem Glas hauseigenen Sherry, genoss ich direkt den/das (?) Patio, mein WLAN und begrüßte meinerseits meine erste Nacht in Andalusien.

Angekommen!

Und dennoch im freien Fall – aber das erfährst Du erst morgen und in den Tagen danach! 😉

Im weiteren Verlauf geht es um „falsche Versprechen“ (die sich als absolut passend heraus stellen), freies WLAN, Yoga und Veganismus, intuitiven Entscheidungen, Seelenfreundschaften und freier Energie – so facettenreich, wie das Leben selbst – wenn Du es lässt!

 

P.S.: Nachdem Teil 1 dem Einen oder anderen zu kurz war (Sollte ja auch „nur“ das Intro sein), hoffe ich, die Länge dieses Blogposts gefällt Euch besser?

Ich freu mich auf/über Eure Kommentare, Fragen und Anregungen!

 

 

 

 

 

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2 Gedanken zu “Geh Deinen Weg (Teil 2 meines Seelenwegs Andalusien)

  1. Pingback: Geh Deine Weg (Teil 3) Tarifa – flowngrow

  2. Pingback: Geh Deinen Weg (Teil 4)) Rio de la Miel – flowngrow

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