Survival guide für Hochsensible und Empathen

Vor ein paar Tagen teilte ich in meinen liebsten Facebook-Gruppen einen Artikel über Hochsensible und Empathen mit dem Hinweis, wer in der heutigen Zeit Probleme mit dem Spagat zwischen der eigenen Innen- und der Außenwelt hätte, möge mir eine PN schicken. Ich konnte ja nicht ahnen, was ich damit los getreten habe!

Innerhalb von 24 Stunden erreichten mich über 60 Nachrichten, diese Posts bekamen mehr als 300 Likes und etliche Kommentare.

Das Thema, hochsensibel und empathisch zu sein, habe ich zwar schon häufiger behandelt, aber noch nie einen so großen Zuspruch darauf erfahren. Es scheint mir, als ob nicht nur ich aktuell riesige Veränderungen auch im emotionale Erleben empfinde, sondern viele andere auch.

Bin ich HSP oder Empath?

Aber vorab für Viele erst einmal zur Klärung: Bist Du überhaupt HSP oder Empath?

Wer sich schon eine Weile mit Persönlichkeitsentwicklung und -Entfaltung beschäftigt, sollte in der Lage sein, sein Herz fragen zu können, bzw. die Antwort aus sich heraus wahr zu nehmen. Ich jedenfalls habe den Eindruck, immer mehr Seelen ertragen das „Höher, schneller, weiter“ nicht mehr und drängen immer stärker nach außen, wollen wahr genommen und gelebt werden.

Um die Frage nach HSP, Empathie und Co. zu klären, gibt es einige gute Tests, aber auch hilfreiche Seiten, wo Du Dich in den Beschreibungen wiederfinden kannst. Was mir gerade in der letzten Zeit immer wieder enorm aufgefallen ist: Viele Kinder/ Jugendliche werden mit der Diagnose ADHS oder auch Asperger Syndrom belegt, obwohl sie, wenn sich der sogenannte Psychologe mal aus seinem Schubladendenken raus bemühen und sie interessiert und aufmerksam beobachten würde, feststellen könnte, dass sie etwas ganz anderes sind, nämlich HSP’s bzw. Empathen.

Hier habe ich ein paar Tests für Euch, am Besten finde ich ehrlich gesagt die Mischung aus allen gemeinsam. Wobei die Tipps beim Test von zartbesaitet.net mir ausgesprochen gut gefallen und ich bisher damit komplett übereinstimme.

http://www.zartbesaitet.net/survey/site.php?a=su_onepage&su_id=1

http://www.hochsensibel.org/startseite/regelmaessig-gestellte-fragen.html

Finde Dich selbst – raus aus dem Schuhkarton

Von klein auf werden wir konditioniert, uns anzupassen, doch selten wird auf die individuallen Eigenarten und Einzigartigkeiten des Einzelnen eingegangen. Manchmal schon in der Familie nicht, aber erst recht dann in Kindergarte, Schule, Beruf, wo wir immer mehr darauf „trainiert“ werden, nicht zu widersprechen, unsere Sache gut zu machen und wie gewollt zu funktionieren.

Doch dafür sind wir nicht auf dieser Welt! Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das für Nahrung und Wohnen Geld zu zahlen hat – dabei hieß es doch „Mach Dir die Erde untertan“. Dass das nur für eine handvoll Elite gilt, die anschließend alle anderen abkassieren und die Welt zu Grunde richten, davon war nirgends die Rede.

Höher, schneller, weiter macht krank

Besonders die HSPs und Empathen unter Euch spüren verstärkt, wie sie das ewige Einströmen von Reizen krank macht. Der Erwartungsdruck, die uns immer umgebende Informationstechnologie, Wellen wie Funk, wir nehmen es einfach intensiver, ja sogar körperlich wahr. Aber auch was unser Sitznachbar fühlt, manchmal sogar, was er denkt, nehmen wir wahr, und oft fällt es uns schwer, eine Grenze zu ziehen: Sind das jetzt noch meine Gefühle oder die von jemand anderem?

Auch habe ich mich von klein auf irgendwie nicht dazugehörig gefühlt, anders gefühlt und sehr wahrscheinlich auch von Außen so bestätigt bekommen. Vieles, was ich um mich herum wahr genommen habe, fühlte sich so einfach nicht richtig an. Ich war schon immer sehr kreativ, Querdenker, Rebell.

Ich habe als kleines Kind es schon immer vorgezogen, mich viel in der Natur aufzuhalten und mit Tieren zu umgeben. Zu ihnen hatte ich schon immer ein ganz besonders inniges Verhältnis.

Auch die Achterbahnfahrt der Gefühlswelt war bei mir in jungen Jahren enorm ausgeprägt – so sehr, dass ich permanent als anstrengend tituliert wurde, unberechenbar sogar. Da waren viele negative Begriffe mit verbunden, die dafür gesorgt haben, dass ich meine Seele und meine Gefühlswelt ziemlich lange „dicht gemacht“ habe.

Bis auf die Tiere. Sie fühlten sich auch zu mir hingezogen, so wie es heute auch viele Menschen tun und sich mir öffnen, obwohl wir uns gar nicht kennen. Besonders intensiv ist es mir bei meiner Bankberaterin aufgefallen, bei der ich eigentlich wegen eines Bankgesprächs war. Im Endeffekt haben wir sicher über 2 Stunde über ihre Beziehung und ihrem Verhältnis zu ihren Eltern gesprochen. So kann’s gehen.

Andere Menschen fühlen sich durch die Empathie, die wir feinstofflich aussenden, dazu ermuntert, uns gegenüber offener zu sein. Das sorgt aber auch häufig dafür, dass wir als Mülleimer missbraucht werden – solange wir zumindest an dieser Einstellung nichts ändern, denn im Grunde genommen verfügen wir über ein Völker-verbindendes Geschenk, eine Gabe, die unterschiedliche Lebewesen in Verbindung bringt, die sogar Pflanzen versteht.

Womit ich nicht d’accord gehe ist die Nennung von 15-20% der Bevölkerung. Schon in den Jahren ab 1980 wurde in den USA bei 80 % der Neugeborenen herausgefunden, dass in deren Gehirnen weitere Areale aktiv sind als im Hirn eines Ottonormalverbrauchers. Das ist 35 Jahre her, und so wie ich das meine, bekommen hoch sensible Eltern auch meist noch höher sensible Kinder. Auch in meinem täglichen Umgang treffe ich in der letzten Zeit verstärkt auf diese Art von wundervollen Menschen, mit denen der Austausch für mich eine wahre Freude ist.

HSP Fluch oder Segen?

Gerade im Alltag empfinden viele von uns diese übermässige Sensibilität als störend, unangenehm und belastend. Manchmal reicht aber ein Wechsel der Blickrichtung, um genau dieses Gefühl zu verschieben.

Fakt ist: Sensibilität und vor allem Hypersensibilität und Empathie wurde und wird noch oft als Schwäche ausgelegt. Damit wird oft verbunden, wir seien nicht belastbar. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall! Wenn „normale“ Menschen nur einen halben Tag lang all das so intensiv empfinden würden, wie wir es tun, könnten wir uns vor Zusammenbrüchen um uns herum nicht retten!

„Hach, was bist Du heute aber wieder empfindlich!“ – Wer kennt es nicht, diesen leicht gereizt ausgesprochenen Satz, weil wir anders reagieren, als es unserem Gegenüber in den Kram passt.

Aber mal ehrlich: Ist es nicht eher so, dass die Welt um uns herum so lange immer mehr abgestumpft war, dass sie es sind, die sich mehr Empathie aneignen sollten?
Das soll aber kein Entgegnungs-Vorschlag auf den besagten Satz oder Kommentar sein, sondern eher ein Anstoß, durch gelebte Empathie und positive Ausrichtung die Menschen um Euch herum anzustecken.

Fakt ist: Es ändert sich im Außen nichts, wenn Ihr es nicht tut. Wartet nicht auf andere, sondern geht mit bestem Beispiel voran.

Wie Ghandi schon sagt:

„Be the change you want to see in this world.“

 

HSP und Empathie

©pixabay.com

 

 

Ich möchte Euch gern in einer mehrteiligen Artikelserie nicht nur Einblicke und Gedankenanstöße für Euch selbst geben, sondern vor allem auch einen Survival Guide für HPS’ler und Empathen erstellen.

Das Thema ist so komplex, dass ich in jedem neuen Artikel einen Bereich besonders beleuchten werden.

Ziel ist es, im Endeffekt ein Ebook daraus zusammen stellen zu können, das uns allen weiter helfen kann.

Daher wünsche ich mir von Euch viele Kommentare und Ergänzungen zum jeweiligen Artikelthema, damit aus all diesem ein wertvoller Ratgeber für HSP’ler und Empathen entstehen kann.

In der nächsten Folge wird es um das Grundproblem „Zeit“ im Zusammenhang mit Stress, aber auch mit „sich Zeit nehmen“ gehen. Denn hier liegt mit einer der Kernpunkte, warum viele Hilfen nicht oder nur sporadisch umgesetzt werden. Also legen wir damit eine konkrete Basis, die auch für jeden Gestressten eine wertvolle Hilfe sein wird.

Für den Anfang sage ich Dir: Schließe die Augen, lasse im Hintergrund Musik wie diese hier laufen und atme einige Male tief in Dich hinein. Gönn Dir diese wenigen Minuten des Wohlfühlens.

Fühl die aufsteigende Ruhe in Dir und genieße einfach die Tatsache, dass Du nicht alleine bist.

Ich freue mich, wenn Du nächstes Mal wieder mit dabei bist.

Flow'n grow
©pixabay.com
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7 Gedanken zu “Survival guide für Hochsensible und Empathen

  1. Ein sehr schöner Artikel – danke dafür.

    Vorsichtig wäre ich allerdings beim Kritisieren der Angabe von 15-20% HSPs. Ich habe schon eine andere Seite gehört, der die 15-20% zu viel sind, dir sind sie zu wenig. Das verwirrt ungemein. Zumindest mich.
    Solange keine wissenschaftlichen Fakten durch tatsächliches Messen von Gehirnströmen oder sonstigem vorliegen, sollten wir bei der Zahl von Elaine Aron bleiben, die in ihren Studien herausgefunden hat, dass 15-20% aller Lebewesen hochsensibel sind.

    Schön dich gefunden zu haben – ich freue mich auf weitere Artikel von dir zum Thema der Hochsensibilität.

    Alles Liebe,
    Julia

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  2. Pingback: Survival guide für Hochsensible und Empathen « newswatch4U

  3. Ich bin sehr gespannt auf alles Weitere 🙂

    Und mal ehrlich … spielt es irgend eine Rolle festlegen zu können wie groß der Anteil an HSP/HE in der Bevölkerung ist ? Ich meine nicht.

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    • Danke für Deinen Kommentar, Tobias. Und ja, ich denke, es wäre wirklich interessant und wichtig. Denn: So, wie lt. US Daten der Anteil an HSPs gewachsen ist, könnte unsere Welt ganz anders aussehen: Stell Dir Ärzte vor, die quasi schon erspüren, wo die Ursache einer Erkrankung liegt, Mechaniker, die auf diese Weise quasi schon wissen, was dem Auto fehlt, Kellner und Köche, die Dir genau das Menu servieren, dass Du brauchst, Friseure, die den für Dich perfekten Haarschnitt erspüren (okay, ist vielleicht eher ein Frauenthema 😉 ). Lehrer, die mit viel Empathie auf die Schüler eingehen und ihnen die Begeisterung für die Welt um sie herum lehren, statt schnöder Formeln. DAS, genau für so eine Möglichkeit der Welt, finde ich es sogar sehr wichtig!

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  4. Pingback: Survival für HSP’s, Empathen, Hochsensible Teil 1 | flowngrow

  5. Ohje, wie es aussieht habe ich also HSP? Hatte in der Vergangenheit immer eine Abneigung den Test auf zartbesaitet.net durchzuführen, nun weiß ich warum…

    Naja, wäre jedenfalls eine Erklärung weshalb mein Leben so verkorkst ist…

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    • Bleib an mir dran, das Thema werde ich enorm vertiefen. Lies auch fluch oder segen auf meinemBlog. Du ist nicht grundlos Empath! Ich drücke dich ganz herzlich!
      Sbine

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