12. Januar: Fragen zur Achtsamkeit an meinen verstorbenen Hund Filou

Mein Kopf schmerzt. Voll Fragen, zuviel geraucht, zuviele Eindrücke an vergangene Erinnerungen, die wild durcheinander wuseln.

Haben wir Dir Dein Leben schön genug gemacht?

Konnte ich Dir Deine letzten Wochen und Monate wirklich so gut machen, wie es möglich gewesen wäre? Der Satz, wirklich jeden Tag zu leben, als wäre er der Letzte, bekommt erstmals wirklich klare Konturen.

Haben wir genug geknuddelt? Könnte ich jemals genug gestreichelt haben, auf dass die Erinnerung an dieses Gefühl für den Rest meines Lebens ausreicht?

Filous Lieblingsplatz
Filous Lieblingsplatz: Autodach

Haben wir genug getobt? Die Welt gemeinsam erkundet? Habe ich mich genug in Dich eingefühlt, um Deine Bedürfnisse zu erraten?

Es ist, als ob das Schicksal es in Deinen letzten Monaten besonders gut gemeint hat: Seit Oktober hatte ich mehr Zeit für und mit Dir, als in den vergangenen zwei Jahren zusammen.
Doch ich war auch sehr beschäftigt mit dem Aufbau meines Businesses, Homepage-Bau, Facebook-Kampagne, Profile anderer social Medias anlegen, Messen besuchen. Haben wir unsere letzten Monate gut genutzt?
Vielleicht wird sich dazu irgendwann ein Gefühl einstellen. Ich weiß aus der Vergangenheit heraus, dass es Dir oft genug ausreichte, mir nah sein zu dürfen. Wir hätten ganz sicher noch etwas mehr knuddeln können, den einen oder anderen ausgedehnten Spaziergang dran hängen können.

Wenn ich die letzten Tage zurück denke, erkenne ich schicksalhafte Treffen:

Alle Deine Hundefreunde und -freundinnen konntest Du in den zwei Tagen vor Deinem Tod noch begegnen, beschnuppern, spielen. Wir sind zusammen mit ihnen unserre Runden ein Stück weit gegangen… Als wäre es bestimmt.

Das einzige, was seltener geworden war, war „die blaue Stunde“ auf Uwe‘s Arm in seiner Küche, wo Du so gern über seine Schulter linsend auf das blaue Rollo geguckt hast. Wir haben oft darüber gewitzelt, was Du dort wohl siehst.

Filous Sonnenplatz
Filous Sonnenplatz

Dein Tod ist eine große Lehre in Achtsamkeit. Nie wieder werde ich leichtsinnig mit Begegnungen umgehen, ich werde meine Zeit, und die meines Gegenübers wert schätzen und erfüllend gestalten.
Hunde sind hervorragende Lehrer in Achtsamkeit: Sie spüren nicht nur aufmerksam, wie es uns geht, sie leben uns auch vor, wie jeder einzelne Moment achtsam erlebt werden kann.
Nehmt das, was sie Euch zeigen, zum Vorbild.
Wie oft habe ich ungeduldig an Deiner Leine gezerrt- bis mir aufgegangen ist, dass Dein Weg auch sein Ziel ist, und ich habe es Dir gleich getan. Ja, mein Lieber; sicher hast Du ganz oft gedacht „Meine Güte, wie kann man nur so schwer von Begriff sein!“ Damit hättest Du auf jeden Fall vollkommen Recht gehabt. Ich glaube, es ist nichtmal ein halbes Jahr her, dass ich das alles begriffen habe- eher kürzer.
Aber ich glaube auch, dass das zu Deinen selbst gestellten Aufgaben hier auf Erden war- und womöglich hätte ich Dich noch eher verloren, hätte ich das Prinzip eher begriffen, wer weiß?

Ich habe noch keine Vorstellung, wie ich zurück in meinen Flow kommen soll.

Flow ist für mich ein positiver Begriff, und ich bin sicher, Achtsamkeit wird mir dabei helfen.
Flow bedeutet aber auch Akzeptanz: Dein Tod ist nicht zu werten, auch wenn die Lücke, die Du hinterlässt, für mich zur Zeit unüberwindbar groß zu sein scheint.
Flow bedeutet, demütig die Situationen, das Schicksal zu akzeptieren, dass sich vor uns eröffnet. Ich habe vorher gesagt, dass ich es annehme. Nun gilt es, dazu zu stehen und genau da hin zu finden, dass der Verlust meines Seelenfreundes Teil der Änderungen in meinem Leben sein soll.
Ganz sicher keine leichte Aufgabe, doch das Leben geht weiter. Ich werde Deine Lehren achtsam in meiner Erinnerung tragen und in mein Leben integrieren, denn dafür hast Du sie mir gezeigt. Ich bin dankbar für die wundervolle Zeit, die wir miteinander hatten.
Mein Leben wird nie wieder dasselbe sein, so wie Leben an sich immer Wandel bedeutet und beinhaltet. Ich verspreche Dir, meinem Seelenweg in Achtsamkeit zu gehen und dem Flow zu folgen. Ich küsse Dich!
Dein Frauchen
Sabine C. Dreßler
Flow‘n grow!

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