Der Letzte macht das Licht aus – die neue DSGVO, Du und ich

Bist Du auch so genervt wie ich von den hunderten an Mails „bitte stimmen Sie den neuen Datenschutzrichtlinien zu“?

Echt sorry dafür, wenn Du Abonnement bist; das haben wir uns nicht selbst ausgesucht.

Brüssel war der Meinung, die übermittelten Daten von Dir als Internetsurfer oder Kontaktaufnehmenden müssten besser geschützt werden.
Was für Website-Betreiber/ Blogbetreiber wie mich Einiges bedeutet:

  • umfangreiche Dokumentationen über die Art der Datennutzung erstellen
  • ebenso Tracking-Codes Dritter (wie zum Beispiel Google Maps, Google analytics zu verfolgen und dokumentieren
  • verbotene Verknüpfungen wie „Freebie nur gegen Preisgabe Deiner Mail-Adresse“ zu entfernen (oder eben diese Verknüpfung zwischen Freebie und Mailadresse zu lösen – wie auch immer das gehen können soll in der Praxis!)
  • [Sorry, da muss ich nochmal einhaken: Wie soll ich Dir ein eBook zusenden können, wenn ich Deine Mailadresse nicht habe? Wie sollst Du ohne mir eine Antwortadresse zu geben von mir eine Antwort erhalten können???]
  • Dir als mein Seitenbesucher Auskunft darüber zu erteilen, welche Deiner Daten genutzt werden, welche verarbeitet werden, welche von Dritten (s. Google) ausgewertet werden, wann die Löschung dieser Daten geschieht und welche unter Umständen in die 10-Jahres-Aufbewahrungsfrist fallen.
  • Dazu immer auch der Hinweis, dass Du Einsicht und Aufklärung ebenso jederzeit von mir verlangen kannst, wie eben auch die Löschung der Daten – sofern sie eben nicht in den gesetzlich vorgeschriebenen 10-Jahres-Plan fallen.

Ernsthaft?

Wir sind schon lange gläserne Menschen; ob durch Videoüberwachung in Innenstädten, Bahnhöfen, Sparkassen usw.
Unser GPS-verbundene Navi und Smartphone weiß immer, wo wir am 13. August 2003 um 12:59h waren!

Und wenn Du oder ich von einer Firma etwas wissen wollen, ist es egal ob wir anrufen, mailen oder ein Kontaktformular nutzen. Ja, sogar wenn Du persönlich dort erscheinst und für die Klärung und Rückfragen Deine Telefonnummer oder Mailadresse erfragt wird.

Spam und Co

Ja, ich hasse Spam und die ungefragte Weitergabe meiner Daten ebenso! Auch ich bin überall woanders eben auch ein Kunde, Interessent, Surfer.
Doch wenn ich Mietwagen oder Ferienimmobilien angefragt habe und anschließend PRO TAG (!!!) an die 100 SPAM-Mails mit Casino-, Diäten-, Bitcoin-Werbung und Co erhalte, schwillt mir der Kamm!!!Den Double-Opt-In für Mailversand gibt`s schon länger.
Falls Du mit dem Begriff nichts anfangen kannst: Du willst Dir auf einer Seite ein Ebook laden oder an einem Webinar teilnehmen und hinterlässt dafür Deine Mailadresse. Du bekommst daraufhin eine Mail mit der Bitte um Bestätigung, dass tatsächlich Du das warst (und nicht etwa Dein blöder Bruder, der sich einen Spaß daraus macht, Deine Mailadresse irgendwo einzutragen).

Feine Sache das – nur dass uns EU-Betreibern, die sich eh schon seit Jahren an solche Praxis halten (müssen) noch mehr auf den Sack zu gehen, sollte sich Brüssel mal die ganze Adressverkäufe von Sonstwo ansehen!

Ich kann leider nicht zuordnen, welche Betreiber meine Adresse verkauft hatten. Dazu hatte ich zu viele Anfragen raus gejagt. Doch für mein Empfinden ist hier viel mehr Handlungsbedarf!!!

Meine Konsequenzen

Wie du siehst, siehst Du nix – so oder ähnlich könnte ich meine Konsequenzen aus dieser „Dämlichen Scheiß Gesetzes Verordnung“ aus Brüssel betiteln.
Denn: Ich habe SÄMTLICHE Einträge und Seiten dieses Blogs gelöscht.
Ebenso wie auf meiner Marketingseite http://www.flowngrow.marketing.

Mir ist zum einen der bürokratische Dokumentationswust einfach zuviel und unnötig. Dazu gibt`s etlilche Grauzonen, was die praktische Umsetzbarkeit betrifft UND: Ich möchte ein Zeichen setzen GEGEN Regulierungswahn der EU.

Sollen die sich doch die wirklich schwarzen Schafe endlich mal so richtig vornehmen – da auch gerne mit den jetzt drohenden Abmahnhöhen von 4% des Vorjahresumsatzes (bis zu 20 Mio).

Dann wäre ich vielleicht Fan von den EU-Gremien – ein ganz gedeeeehntes vielleicht.

Digitaler Selbstmord?

Du meinst, ich begehe hier digitalen Selbstmord? Keineswegs, ich hab mir das gut überlegt. Und auch mit Experten von Handwerkskammern, Anwälten und IHK gesprochen.
Die aktuell rechtssicherste Variante ist Folgende:
Nutze Portale, die eh schon ihre eigenen Datenschutzbestimmungen und AGBs haben.
Dann unterliegst Du als „Portalnutzer“ ebenfalls denen, wie jeder andere User.

Also werde ich ein weiteres Profil auf LinkedIN erstellen, Du kannst mir auf Google+ oder auch auf facebook  und Xing folgen.

Und dort werde ich alle bisherigen Beiträge – immerhin 129 plus ein paar Seiten – nacheinander wieder einstellen.

So musst Du auf Deine Fortsetzungen nicht verzichten und ich erspar mir den Brüsseler Bürokratie-Wahnsinn. Und unter uns Pastorentöchern: Mir sind Deine Daten heilig – schon allein weil ich selbst weiß, wie beschissen Spams von Dritten sind, die mit Deinen Interessen so überhaupt nix gemeinsam haben!

Andere Trackings hingegen finde ich gar nicht so bescheuert. Wenn ich zum Thema XY auf Google recherchiert habe und anschließend dazu passende Werbe-Einblendungen erhalte, find ich das gar nicht mal so schlecht. Es kann mir im besten Fall sogar eine lange eigene Suche ersparen.
Dass auch sowas nichts und niemanden dazu berechtigt, mir ungefragt Mails zuzusenden, steht!

Was issn mit Selbstverantwortung?

Diese Frage will ich jetzt auch mal in den Raum werfen. Inwiefern sind wir denn alle „Opfer des Datensammelns“ – oder ist die Frage nicht auch, wie bewusst ich meine eigenen Daten preisgebe oder offenlege? Mir persönlich ist klar, wenn ich meine Daten irgendwo hinterlasse.
Wobei ich EU-weit echt davon ausgegangen bin, dass der Verkauf von Adresslisten mittlerweile ein alter Hut wäre. Pustekuchen!

Wenn irgendwo für Brüssel ein echter Ansatzpunkt wäre, dann definitiv HIER!

 

Und was ich noch viel schlimmer finde:
Ich war neulich in einem Geschäft. Mein Smartphone in der Tasche, aber kein „Unterwegs-Internet“. Auch GPS war deaktiviert.

Dennoch fragte mich Google daheim dann, ob ich den Besuch des Geschäftes bewerten wollte.
What the fuck??? Das Geschäft war SO nah an meinem Zuhause, dass definitiv KEIN Funkzellenwechsel statt gefunden hat – und selbst dann wäre der Einzugsradius einer Funkzelle zu groß, um auf Geschäft X zu kommen.
Also mal die unbequeme Frage: Woher konnte Google wissen, dass ich in diesem speziellen Geschäft war?
Auch DA sollte die EU mal echt unbequeme Fragen stellen.
Denn sowas passiert täglich – und zwar heimlich, still und leise!!!

Folge mir…

…wenn Du magst also auf Facebook, LinkedIn oder Xing weiter.

Ich würde mich wirklich freuen, wenn Du mir dort einen kleinen Eintrag zu diesem Wechsel (bzw. dass Du mir dort weiter folgst) auf die Seite schreibst.

 

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